Im Flutlicht der Schanzenanlage von Predazzo ist es der Deutsche Philipp Raimund, der sich als letzter Skispringer in die Anlaufspur schiebt. Es ist die Chance seines Lebens. Bei seinen ersten Olympischen Spielen, in der bisher erfolgreichsten Saison seiner Karriere, nach einer jedoch bescheidenen Vierschanzentournee und gesundheitlichen Problemen liegt er auf Medaillenkurs. Mehr noch: Der 25-Jährige führt nach dem ersten Durchgang. Alle anderen Springer sind unten. Alles blickt auf ihn.
Und dann, im wichtigsten Moment seiner Karriere, springt er ab – und fliegt. Er fliegt und fliegt, landet schließlich bei 106,5 Metern. Ist das der Olympiasieg? Oder Silber? Eine Medaille scheint sicher. Aber welche Farbe hat das Edelmetall?
Warten, jetzt heißt es warten. Raimund erhält gute Haltungsnoten, hält sich mit bangem Blick die Skier vors Gesicht, traut sich kaum, auf die Anzeigetafel zu schauen. Weiter Warten. Es sind bange Momente. Dann die Erlösung: Die Eins blinkt auf. Raimund schreit sein Glück hinaus. „Jaaa!“ Andreas Wellinger, Olympiasieger von 2018, fällt ihm in die Arme. Dann drückt ihn Felix Hoffmann. Die beiden nehmen den Sensations-Olympiasieger dieser Winterspiele auf ihre Schultern. Mit der deutschen Fahne in den Händen jubelt er ausgelassen und brüllt im grellen Flutlicht immer wieder: „Ja, ja, ja.“
Nie zuvor ein Weltcupsieg
Bundestrainer Stefan Horngacher rennt auf der Tribüne losgelöst umher. Die deutschen Betreuer und Trainer – sie schlagen sich die Hände vors Gesicht, ziehen sich die Mütze ins Gesicht. Niemand kann es fassen. Mit diesem deutschen Olympiasieg hatten nicht einmal die kühnsten Optimisten gerechnet. Nie zuvor hatte Raimund beim Weltcup auf dem obersten Treppchen gestanden. „Er war so fokussiert wie noch nie in seinem Leben“, staunte der Bundestrainer.
Nach dem Triumph von Rodler Max Langenhan am Vortag ist dies am dritten Tag der Spiele die zweite Goldmedaille für die deutsche Mannschaft und das vierte Edelmetall insgesamt. Hinter Raimund holt Kacper Tomasiak aus Polen Silber. Rang drei teilten sich der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden.
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