Bei manchen abenteuerlichen Wetten, aus einer Laune heraus eingegangen, hofft man inständig, sie nicht einlösen zu müssen. In diesem Fall war die Sache zwar mit einem enormen körperlichen Kraftakt verbunden, den die wenigsten Menschen freiwillig angehen würden, Gerrit Schädler aber wusste: 1000 Kilometer mit dem Rad von Erfurt über die Alpen nach Mailand – das würde er als passionierter Radfahrer schaffen. Und angesichts dessen, worum es ging, erst recht: Es war eine Wette im Zeichen der olympischen Ringe mit seinem Sohn Finn Sonnekalb.

„Im Jahr 2024 habe ich ihm gesagt: Wenn du es schaffst, 2026 nach Mailand zu kommen, dann komme ich mit dem Rad runtergefahren“, erzählte Schädler kürzlich dem MDR. Und seinem Sohn gelang genau das.

Sonnekalb gilt mit seinen 18 Jahren als Deutschlands große Hoffnung im Eisschnelllauf und ist seit dieser Saison auch Sportfans außerhalb des Eisovals bekannt. An diesem Mittwoch nun feiert er sein Olympia-Debüt und tritt bei den Winterspielen in Mailand über seine Nebenstrecke 1000 Meter. Später folgen noch die 1500 Meter.

Und sein Vater? Der hat es rechtzeitig geschafft. Schädler war am 2. Februar in Erfurt mit seinem Rad gestartet und erreichte am Montag nach sieben Tagen die Olympiastadt. Als Erstes wollte er die olympische Flamme sehen und steuerte den Arco della Pace auf der Piazza Sempione an. Empfangen wurde er dort unter anderem von Patrick Beckert. Der Eisschnellläufer aus Erfurt ist einer der Routiniers der deutschen Mannschaft und zum fünften Mal bei Olympischen Spielen dabei.

Nationale Bestmarken und Junioren-Weltrekorde

Sein Teamkollege Sonnekalb hingegen ist einer der Youngster der gesamten Mannschaft. Und zwar einer, der als Riesentalent gilt. Von den Olympischen Jugendspielen 2024 in Gangwon zum Beispiel kehrte er mit drei Goldmedaillen heim. Zu Beginn dieser Saison sorgte er dann beim Weltcup in Salt Lake City (USA) für Furore, als er auf dem Olympia-Eis der Spiele von 2002 in 1:06,48 Minuten über 1000 Meter und in 1:41,33 Minuten über 1500 Meter jeweils einen deutschen Rekord aufstellte. Beides ist zudem Junioren-Weltrekord.

Über die 1500 schaffte es der 1,93 Meter große Athlet mit dieser Leistung als Dritter auf das Podest, in Calgary lief er danach sogar auf Platz zwei. Und in Mailand? Dort steht seine Paradestrecke am 19. Februar auf dem olympischen Programm. „Ich träume“, sagt Sonnekalb dem MDR, „von einer Medaille.“

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