Tech-Milliardär Elon Musk wollte laut einer Aussage vor Gericht mit OpenAI die Besiedlung des Mars finanzieren. Der Präsident des Start-ups für Künstliche Intelligenz (KI), Greg Brockman, sagte dazu am Dienstag im Zeugenstand im Prozess zwischen seiner Firma und dem Gründer von Tesla und SpaceX aus.

Bei einem Treffen im Jahr 2017 habe Musk die Führung von OpenAI beansprucht und argumentiert, er benötige 80 Milliarden Dollar für den Aufbau einer Stadt auf dem Mars, sagte Brockman. Als es bei dem Treffen zu Unstimmigkeiten über die Eigentümerstruktur gekommen sei, sei Musk ‌wütend geworden. Er habe ein Gemälde an sich genommen, das ihm als Dankeschön überreicht werden sollte, und sei davongestürmt.

OpenAI-Präsident Greg Brockman mit seiner Frau Anna vor dem Gericht

Musk hatte 2015 OpenAI mitgegründet, schied aber bereits 2018 nach einem Richtungsstreit aus. Er wirft Firmenchef Sam Altman vor, ihn um 38 Millionen Dollar betrogen zu haben. Das Unternehmen habe seine ursprünglichen gemeinnützigen Ziele aufgegeben, um sich selbst zu bereichern. Musk fordert deswegen in dem Verfahren auch 150 Milliarden Dollar Schadenersatz.

Aus seiner Sicht sei aus dem Start-Up inzwischen ein gewinnorientierter Betrieb geworden. Ziel seiner Klage ist auch die Absetzung von Altman und Brockman. OpenAI erklärte dagegen, Musk sei verbittert, weil er den Verwaltungsrat vor den großen Erfolgen des Unternehmens verlassen habe. Er wolle nun die Kontrolle erlangen und sein eigenes KI-Unternehmen xAI stärken.

OpenAI hatte ‌sich 2019 umstrukturiert, um Geld von ‌externen Investoren annehmen zu können. Seitdem hat das Unternehmen über 100 Milliarden Dollar eingesammelt und steuert in diesem Jahr auf ‌einen möglichen Börsengang mit einer Bewertung von einer Billion Dollar zu.

Musk betreibt jetzt Konkurrent für OpenAI

Zum Prozessauftakt Ende April bekräftigte Musk auf seiner Online-Plattform X: Altman und Top-Manager Greg Brockman hätten eine Wohltätigkeitsorganisation „gestohlen“.

Sollte sich Musk durchsetzen, könnte das die Möglichkeiten von OpenAI einschränken, die zum Ausbau der KI-Infrastruktur geplanten Investitionen von hunderten Milliarden Dollar zu tätigen – und mit Rivalen wie aktuell vor allem Anthropic und Google zu konkurrieren. Auch der Weg zu einem erwarteten Börsengang würde viel schwieriger. Musk betreibt mit der KI-Firma xAI, die den Chatbot Grok entwickelt, einen direkteren Rivalen von OpenAI.

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