Eine Woche nach seinem US-Open-Triumph in New York hat Alexander Zverev das deutsche Davis-Cup-Team zur Endrunde nach Bologna geführt. Der Weltranglisten-Zweite gewann im westfälischen Halle gegen Kroatien seine beiden Einzel und legte damit den Grundstein für das Weiterkommen. Das Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz holte den dritten Punkt zum 3:1-Sieg, die Niederlage von Daniel Altmaier am Samstag fiel deshalb nicht ins Gewicht.

Die Davis-Cup-Finals finden vom 24. bis 29. November in Italien statt. Im vergangenen Jahr war Deutschland im Halbfinale an Spanien gescheitert. Nachdem sich Zverev mit seinen Triumphen bei den French Open in Paris und den US Open in New York seinen Traum vom Grand-Slam-Titel in diesem Jahr auf spektakuläre Art und Weise gleich doppelt erfüllt hat, ist der Gewinn des prestigeträchtigen Mannschaftswettbewerbs neben Platz eins in der Weltrangliste sein nächstes großes Ziel.

Deshalb hatte er seine Teilnahme in Halle nur wenige Tage nach dem Finalsieg in New York gegen den Amerikaner Ben Shelton entgegen der Ratschläge seines Umfeldes bestätigt und war in die westfälische Provinz gekommen. „Wir als deutsche Mannschaft werden irgendwann älter. Ich glaube, dass wir dieses Jahr und vielleicht auch noch die nächsten zwei, drei Jahre die Chance haben. Und ich möchte jede Chance nutzen, den Davis Cup zu gewinnen“, hatte Zverev seine Entscheidung begründet.

Zverev begeistert, Krawietz und Pütz überraschend deutlich

Und mit seinen beiden Siegen hatte der 29-Jährige dann großen Anteil am Weiterkommen. Während ihm beim 6:4, 7:6 (7:3) gegen Matej Dodig am ersten Tag noch ein bisschen die Müdigkeit anzumerken war, zeigte Zverev im Einzel gegen den Kroaten Dino Prizmic eine fast fehlerfreie Leistung. Zverev setzte die Nummer 103 der Welt immer wieder unter Druck und begeisterte die Zuschauer im Tennis-Stadion von Halle mit einigen Weltklasse-Schlägen.

Gemeinsam erfolgreich: Daniel Altmaier, Kevin Krawietz, Teamkapitän Michael Kohlmann, Alexander Zverev, Yannick Hanfmann und Tim Pütz

„Ich bin einfach glücklich, hier für Deutschland zu spielen“, sagte Zverev, der nach dem verwandelten Matchball eine Deutschland-Fahne auf den Platz legte und sich von den Fans feiern ließ.

Zuvor hatte Zverev entspannt mit anschauen können, wie Krawietz und Pütz das richtungsweisende Duell mit dem kroatischen Top-Doppel Nikola Mektic und Mate Pavic überraschend deutlich mit 7:5, 6:2 für sich entschieden. „Wir haben ja schon einige Doppel im Davis Cup zusammen gespielt, aber das war mit Sicherheit mit das Beste“, sagte Krawietz unter dem Jubel der Zuschauer.

Überzeugten: Tim Pütz (l.) und Kevin Krawietz

Für Zverev war es ein insgesamt perfektes Wochenende. Am Samstag war er von dem neuen Sportminister Ronald Rauhe und von DTB-Präsidenten Dietloff von Arnim noch für seinen US-Open-Titel geehrt worden. „Du hast bewiesen, dass es sich lohnt, groß zu träumen. Du hast immer an deinen Traum geglaubt“, sagte Rauhe. „Ein großes Dankeschön, dass wir dich als Vorbild, so wie du bist, in Deutschland haben können.“

Zverev war bereits im Juni nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris in Halle geehrt worden. „Wenn wir jetzt alle drei Monate hier stehen, würde ich das unterschreiben“, sagte Deutschlands Tennisstar mit einem Lachen. In diesem Jahr geht es aber erst einmal um den Gewinn des Davis Cups. „Ich denke, wir haben eine Mannschaft, mit der wir weit kommen können. Wir haben ein super Doppel, wir haben eine super Nummer zwei, nur die Nummer eins muss noch ein bisschen an seinem Spiel feilen“, scherzte Zverev.

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