Darts-Weltmeister Luke Littler hat endgültig genug von Pfeifkonzerten und Buhrufen der Fans. Er ist ihrer leid und überdrüssig, daraus macht er keinen Hehl mehr. In einem Interview des Portals Online-Darts sagte der 19 Jahre alte Engländer in Amsterdam: „Wenn die Niederländer so weitermachen, dann werde ich dort keine Euro-Touren mehr machen. Es hat einfach keinen Sinn, dass ich reise, meine Zeit verschwende, während ich ausgepfiffen werde.“
Littler bestreitet aktuell die World Series of Darts Finals, wo er in den ersten beiden Runden die niederländischen Lokalmatadoren Danny Noppert und Nathan Aspinall bezwang. Immer wieder hat Littler in der Vergangenheit mit Buhrufen zu kämpfen, sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland. „Ich will einfach nur meine Darts spielen, Autogramme geben, offensichtlich“, sagte Littler, der die Darts-Szene aktuell dominiert wie einst Michael van Gerwen oder Phil Taylor.
Der Weltranglistenerste hatte in Deutschland ähnliche Erfahrungen gemacht. Nach einem Turnier in München im April 2025, wo er im Halbfinale ausgeschieden war, hatte er wenige Minuten nach seinem Aus in einer Instagram-Story gesagt, dass er eigentlich keine Lust auf das Turnier in München gehabt habe, er aber dennoch hätte spielen müssen. Er werde erst in einem halben Jahr wieder in Deutschland antreten. „Und ich bin froh, das zu sagen“, verkündete Littler damals. Bei der EM in Dortmund (22. bis 25. Oktober) plant Littler einen Start. „Wir werden sehen, ob sich etwas ändert oder ob es gleich bleibt.“
Littler nimmt sich Freiheiten – seine Position im Darts macht es möglich
Er kann es sich leisten. Littler leitet ohnehin von seiner Position als Nummer eins der Welt die Freiheit ab, selbst darüber entscheiden zu können, bei welchen Turnieren er antritt – und welche er bewusst auslässt. Er hat sein Pensum in dieser Saison gezielt reduziert und sieht keinen Anlass, daran etwas zu ändern, solange ihm seine komfortable Führung in der Weltrangliste diesen Spielraum ermöglicht.
PDC-Präsident Barry Hearn warnte die Topspieler zuletzt davor, regelmäßig Turniere auszulassen. Littler sieht allerdings keinen Grund, deshalb von seinem eingeschlagenen Kurs abzuweichen. Sein großer Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste verschafft ihm nach eigener Aussage die Freiheit, bei der Zusammenstellung seines Turnierkalenders deutlich selektiver vorzugehen.
„Ich bin nun mal die Nummer eins der Welt und der Abstand zur Nummer zwei ist riesig. Dadurch kann ich einen Gang zurückschalten und muss nicht jedem Turnier hinterherjagen. So kann ich Tage, manchmal sogar Wochen, frei nehmen. Es geht einzig darum, die richtige Balance in meinem Programm zu finden“, hatte Littler gesagt.
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