War es ein XXL-Vorhaben zu viel? Lothar Matthäus hat Fifa-Präsident Gianni Infantino für seine Investoren-Idee und das Timing der Pläne scharf kritisiert. „Er hat für seine Pläne einen der falschesten Zeitpunkte ever gewählt“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. „Zum anderen gibt es für mich kaum etwas Unsinnigeres als diese Idee.“

Infantino habe zwar auch „einiges richtig gemacht in der Vergangenheit“, so der Rekord-Nationalspieler. Es sei nicht alles verkehrt gewesen in seiner Amtszeit, „auch wenn es bei ihm immer ums Geld geht“, sagte Matthäus. „Aber jetzt hat er es übertrieben. Er ist schlecht beraten worden oder hat sich gar nicht beraten lassen.“ Infantino bekomme „wahrscheinlich jetzt seine Quittung und das, was sich viele seiner Gegner gewünscht haben“.

Infantino wollte mit dem potenziellen Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte des Fußball-Weltverbandes etwa an der WM eine Milliardensumme einnehmen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war. Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Nach massivem Widerstand zog Infantino die Pläne zurück.

Uefa erhebt schweren Verdacht

Zuletzt drohte die Europäische Fußball-Union (Uefa) dem Fifa-Boss mit rechtlichen Schritten. In einem Schreiben an den Spitzenfunktionär erhob die Uefa den schweren Verdacht, der Schweizer sowie Geschäftspartner könnten Beweise vernichten wollen.

„Die Uefa teilt hiermit förmlich mit, dass sie aktiv die Einleitung rechtlicher Schritte, eines Schiedsverfahrens und/oder Beschwerden bei den zuständigen Aufsichtsbehörden (zusammen die ‚Verfahren‘) prüft. Diese beziehen sich auf den von der Fifa vorgeschlagenen FFE-Plan sowie auf alle damit in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten, die nachstehend näher erläutert werden“, zitiert der britische „Telegraph“ aus dem Uefa-Schreiben.

Der europäische Dachverband hat den Weltverbandspräsidenten laut übereinstimmender Medienberichte aufgefordert, sämtliches Material im Zusammenhang mit dem zurückgezogenen Investorenvorhaben nicht zu vernichten. Der Deutschen Presse-Agentur wurde bestätigt, dass ein Schreiben zur Sicherung von Beweismitteln versandt wurde.

Die Uefa wähnt bei dem gescheiterten Hinterzimmerdeal Unregelmäßigkeiten. „Sie und die Fifa sind verpflichtet, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche in diesem Schreiben bezeichneten Dokumente und elektronisch gespeicherten Informationen zu identifizieren, aufzufinden und zu sichern, die sich in Ihrem oder im Besitz, Gewahrsam oder unter der Kontrolle der Fifa befinden“, beschied die Europäische Fußball-Union energisch.

Infantino, der sich eigentlich am 18. März 2027 ein letztes Mal für weitere vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen möchte, steht massiv unter Druck.

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