Der Widerstand gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino in der Debatte um seine Investorenpläne wird groß: Jetzt hat sich der asiatische Fußballdachverband AFC mit der Uefa und der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Concacaf solidarisiert. Die Europäische Fußball-Union und die Concacaf lehnen die Investorenpläne entschieden ab, die Uefa droht gar mit einem WM-Boykott, sollten die Pläne nicht abgeräumt werden.

„Die AFC solidarisiert sich mit der Uefa und der Concacaf und äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Vorschlags der Fifa, private Investitionen in die wichtigsten Fifa-Wettbewerbe einzubeziehen“, hieß es in einer Mitteilung.

Die asiatischen Mitgliedsverbände lehnen die Pläne demnach zwar nicht kategorisch ab, kritisieren aber die „beispiellosen Spaltungen, die sich in der gesamten Fußballwelt gezeigt haben“. Dass ein WM-Boykott öffentlich diskutiert werde, „sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage gebracht werden dürfen“, hieß es in der AFC-Mitteilung.

Weiterer Gegenwind kommt für Infantino aus dem internen Kreis. Berichten zufolge soll er einen engen Vertrauten verloren haben. Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater des Fußball-Weltverbandes, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück.

„Als leitender Berater des Fifa-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die Fifa arbeitet. Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein und diese entschieden abzulehnen.

„Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports“, schrieb Cordeiro. Er hatte den Fußball-Weltverband zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026 vertreten.

Carlos Cordeiro (l.) mit Gianni Infantino und Donald Trump im Weißen Haus

Die Fifa hatte am Dienstag mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Für die Umsetzung will die Fifa das Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag soll demnach der 19. September sein.

Ohne Uefa und Concacaf fehle laut AFC der notwendige breite Konsens für weitere Schritte in der Investorenfrage. Jeder Vorschlag, der die Einheit und den universellen Charakter der Weltmeisterschaft zu untergraben drohe, müsse überdacht werden. Die aktuelle Debatte zeige zudem „grundlegende Schwächen“ in den Entscheidungsprozessen der Fifa auf. Der Weltverband müsse für mehr Transparenz sorgen und nun Reformen anstoßen.

Fifa-Präsident Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte der Weltmeisterschaften an Investoren verkaufen. „Jeder der Verbände kriegt 20 Millionen, also man schmiert die Leute“, so WELT-Wirtschaftsredakteur Holger Zschäpitz.

„Dies ist nicht das erste Mal, dass wichtige Interessengruppen mit bedeutenden Initiativen konfrontiert werden, nachdem die Richtung offenbar bereits festgelegt wurde“, kritisierte die AFC. „Ein solcher Ansatz untergräbt das Vertrauen in das Führungssystem der Fifa und schmälert die Autorität ihrer satzungsmäßigen Gremien.“ Echte Demokratie beinhalte nicht nur die Möglichkeit zur Stimmabgabe, sondern auch Beratung, Beteiligung und transparente Führung.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke