Zehn internationale Bergsteiger unter der Leitung des bekannten nepalesischstämmigen Alpinisten Nirmal Purja werden nach einer Lawine am Broad Peak im Norden Pakistans vermisst. Das teilte der Alpine Club of Pakistan mit. Nach Angaben des Vizepräsidenten des Bergsteigerverbands, Karrar Haidri, traf die Lawine die Expedition auf dem 8047 Meter hohen Berg. Seitdem bestehe kein Kontakt mehr zu der Gruppe.
Zur Expedition gehörten fünf Bergsteiger aus Nepal, ein pakistanischer Alpinist, eine Bergsteigerin aus dem Oman, eine US-amerikanische Bergsteigerin, ein Bergsteiger aus China sowie ein weiterer ausländischer Teilnehmer.
Freitagvormittag teilte der Alpine Club Pakistan (ACP) mit, dass mindestens zwei Alpinisten gestorben seien, es handele sich um die Frau aus dem Oman und einen Nepalesen. Zwei weitere Körper seien gefunden, jedoch bisher nicht für tot erklärt worden, teilte der ACP der Deutschen Presse-Agentur mit. Man habe den Kontakt zu dem Team am Broad Peak am Donnerstag verloren, hieß es. Eine Helikopter-gestützte Suchaktion laufe derzeit weiter.
Teile der Expedition vor dem Aufstieg: Der Alpine Club Pakistan veröffentlichte dieses BildDer in Nepal geborene britische Staatsbürger Purja, auch unter dem Namen „Nims Dai“ bekannt, ist einer der größten Stars der Szene. Er kam erst spät und ohne große Vorkenntnisse zum Bergsteigen, bestieg 2019 alle 14 Achttausender der Erde in nur 189 Tagen und stellte damit einen Geschwindigkeitsrekord auf. Seine Leistung wurde in der Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing Is Impossible“ festgehalten. 2023 wurde der Rekord von einer norwegischen Bergsteigerin und ihrem nepalesischen Sherpa-Bergführer übertroffen.
Drama auch im Kaukasus
Der Broad Peak im Karakorum ist mit 8047 Metern der zwölfthöchste Berg der Erde. Pakistan beherbergt mehrere der höchsten Gipfel der Welt und zieht jedes Jahr Bergsteiger aus zahlreichen Ländern an. Der Alpine Club of Pakistan erklärte, die Lage werde genau beobachtet und eng mit den zuständigen Stellen abgestimmt.
Erst wenige Tage zuvor hatte es ein Bergsteiger-Drama gegeben. Auf Russlands höchstem Berg Elbrus waren fünf vermutlich aus Bosnien stammende Männer ums Leben gekommen. Die örtliche Staatsanwaltschaft erklärte, sieben ausländische Bergsteiger hätten am Freitag mit der Besteigung des 5642 Meter hohen Berges im Nordkaukasus begonnen. Am folgenden Abend seien sie angesichts rapide schlechter werdender Wetterbedingungen von der Route abgekommen.
Ein Mitglied der Exkursion sei abgestiegen und habe die Behörden darüber informiert, dass zwei der Bergsteiger in mehr als 5000 Metern Höhe ums Leben gekommen seien. Rettungskräfte hätten in der Folge einen weiteren Überlebenden und drei weitere Leichen gefunden.
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