Säbelfechterin Larissa Eifler hat sensationell Gold bei den Weltmeisterschaften in Hongkong gewonnen. Die 27-Jährige bejubelte bei den Titelkämpfen in Asien durch ein 15:10 im Finale gegen die Französin Sara Balzer den größten Erfolg ihrer Karriere und beendete für den Deutschen Fechter-Bund eine lange Durststrecke.

„Ich habe versucht, es einfach zu genießen und die ganze Zeit positiv zu bleiben“, sagte Eifler nach ihrem Coup, der durchaus historische Dimensionen hat. Dass Deutschland bei Weltmeisterschaften eine Goldmedaille gewann, liegt nämlich bereits zwölf Jahre zurück.

2014 im russischen Kasan triumphierten die Säbelmänner in der Mannschaft. Das bislang letzte Einzel-Gold bei einer Weltmeisterschaft gewann 2010 Florettfechter Peter Joppich. Die bislang letzte Medaille holte 2022 Degenfechterin Alexandra Ndolo, die anschließend für Kenia – das Geburtsland ihres Vaters – startete. Sie bejubelte damals Silber im Einzel.

Die Teamkollegen Larissa Eifler hochleben

Der WM-Triumph von Eifler, die in der Weltrangliste nicht unter den ersten 30 platziert ist, ist eine riesengroße Überraschung. Auf dem Weg zu ihrem Titelgewinn bezwang sie unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy aus Frankreich im Achtelfinale.

Nur zwei Deutsche bei Olympia

Im Gefecht um Gold gegen Apithys Teamkollegin Balzer zeigte Eifler wie im gesamten Turnierverlauf eine starke Leistung und ließ sich auch von einem frühen Rückstand nicht beeindrucken. Eifler holte ein 0:5 auf, glich zum 6:6 aus und drehte mit klaren Attacken das Finale endgültig. Nach dem finalen Punkt ging Eifler in die Hocke, Freudentränen liefen über ihr Gesicht.

Für das deutsche Fechten ist der Erfolg Eiflers Balsam für die Seele. Bei Olympischen Spielen ging der einst so erfolgsverwöhnte Verband (13 Goldmedaillen) 2016 in Rio de Janeiro, 2021 in Tokio und auch vor zwei Jahren in Paris leer aus. Bei den Sommerspielen in der französischen Hauptstadt gehörten gerade einmal zwei Sportler zum Aufgebot.

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