Randale statt Meisterfeier und furchtbare Szenen beim 317. Derby zwischen Sparta und Slavia Prag in Tschechien. Mit 3:2 führte Slavia, stand damit kurz vor dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft. Doch wenige Minuten vor Abpfiff eskalierte die Lage im Stadion. In der siebten Minute der zehnminütigen Nachspielzeit stürmten Anhänger von Slavia Prag aus der Kurve auf den Platz. Unfassbar: Die mit Pyrofackeln und Rauchkörpern ausgerüsteten Chaoten warfen diese in Richtung anderer Menschen. Spieler beider Mannschaften rannten in Richtung Katakomben, versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Ganz schlimm: Einzelne Chaoten griffen sogar Spieler von Sparta Prag an. Auf Videos im Internet ist zu sehen, wie die Slavia-Anhänger Sparta-Torhüter Jakub Surovcik attackieren. Daraufhin ging der Keeper in der Fortuna-Arena zu Boden. Bei Instagram klagte Surovcik anschließend an: „Dass jemand während des Spiels auf mich zuläuft, mir ins Gesicht droht und mich angreift, ist absolut inakzeptabel. Ich werde rechtliche Schritte einleiten.“

Das Spiel konnte nicht fortgesetzt werden und wurde abgebrochen. Über die Wertung der Partie und Strafen für den Klub wird der Verband entscheiden. Sollte es am grünen Tisch zu einem Sieg für Sparta kommen, wäre die Meisterschaft drei Spieltage vor Saisonende bei nur noch fünf Punkten Vorsprung von Slavia wieder offen.

„Können keine mildernden Umstände geltend machen“, sagt der Slavia-Präsident

Kurz nach dem Spiel meldete sich Slavia-Präsident Jaroslav Tvrdik auf der Klub-Webseite und schrieb dort: „Wir können keine mildernden Umstände geltend machen. Unsere Fans stürmten den Platz und unterbrachen das Spiel vor dessen Ende. Der Gegner meldete einen Angriff auf ein oder zwei Spieler. Ich denke, es war gerechtfertigt, dass das Spiel abgebrochen wurde. Als ich mit unseren Spielern sprach, sagten sie mir, dass wir in einer ähnlichen Situation genauso gehandelt hätten. Wir können uns nur entschuldigen. Drei, vier Minuten trennten uns von den Meisterfeierlichkeiten. Ich glaube, die Spieler hätten das geschafft. Stattdessen ist es wohl die größte Schande, die ich in elf Jahren im Verein erlebt habe.“

Der Klub-Boss rechnete mit einer Strafe für Slavia: „Es liegt nun am Disziplinarausschuss des LFA. Das Spiel wurde durch unser Verschulden gestört, die Unterbrechung wurde von unseren Fans verursacht. Es ist zu erwarten, dass das Spiel zu unserem Nachteil gewertet wird. Wir müssen damit rechnen. Unsere Situation im Titelkampf ist dadurch extrem schwierig geworden. Ich entschuldige mich nochmals bei allen, es tut mir leid.“

Vor dem Abbruch hatte Slavia zwei Rückstände wettgemacht und in der 59. und 92. Minute zwei Platzverweise kassiert – ehe der Platzsturm begann.

Der Ligaverband teilte in einer Stellungnahme mit, dass das Verhalten der heimischen Fans, die vor dem Schlusspfiff nicht nur das Spielfeld stürmten, sondern auch gegnerische Spieler angriffen, einen völlig inakzeptablen Vorfall darstellen.

„Körperliche Angriffe auf Spieler, Mitglieder der Trainerstäbe oder andere am Spiel beteiligte Personen stellen eine Überschreitung einer Grenze dar, von der wir überzeugt waren, dass sie im tschechischen Profifußball nicht vorkommen kann“, hieß es.

Ein solches Verhalten werde unter keinen Umständen toleriert und schade dem gesamten tschechischen Fußball. „Weder eine emotional aufgeladene Atmosphäre noch sportliche Rivalität können jemals als Entschuldigung für ein solches Verhalten dienen.“

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