Es ist die vielleicht bewegendste Köln-Geschichte dieser Bundesliga-Saison und der wohl größte Erfolg, der im RheinEnergie-Stadion geschafft wurde. Nicht im Ringen um den Klassenerhalt und nicht auf dem Rasen. Köln-Fan Marc Stentenbach (52/ Unternehmer) gewann den Kampf gegen den Tod – auf der Tribüne zwischen Tausenden Fans dank der Sofortmaßnahmen im Stadion. Er sagt offen: „Der FC hat mir das Leben gerettet!“
Rückblick: 2. November 2025. Köln spielt gegen den Hamburger SV. Es sollte für Stentenbach, der seinen FC schon quer durch Europa, die 2. Liga und natürlich auch zurück in die Bundesliga begleitet hat, ein ganz besonderer Tag werden. Sein Sohn Kai wird vor dem HSV-Spiel als lebenslanges Mitglied auf dem Rasen geehrt – neben ihm. Stolze Momente nur Minuten, bevor das Schicksal zuschlägt. Im Nachhinein kann er sich nicht mehr an sie erinnern.
Marc Stentenbach erleidet während des Spiels einen Herzstillstand. Während der VAR das vermeintliche 2:1 für den HSV überprüft, kämpfen Rotes-Kreuz-Mitarbeiter und Dr. Stefan Mauß als erster behandelnder Notarzt oben im Business-Bereich um den dreifachen Familienvater.
Stentenbach muss an diesem Tag insgesamt neunmal wiederbelebt werden. Er gewinnt – wie sein FC (4:1 gegen den HSV) – und er überlebt, weil er von Natur aus ein Kämpfer ist. Aber auch und vor allem, weil die Versorgung im Stadion funktionierte und im richtigen Moment ein Rad ins andere griff.
Tränen im Business-Bereich bei Stentenbachs Rückkehr
Knapp sechs Monate später hat sich Stentenbach mithilfe seiner Frau Sina ins Leben zurückgekämpft, Operationen und quälende Reha-Wochen überstanden. Jetzt suchte er den Kontakt zu seinen Rettern, traf erst mit einer FC-Delegation um Geschäftsführer Philipp Türoff, seinem Ersthelfer Dr. Mauß und den Roten-Kreuz-Mitarbeitern zusammen und besuchte am 25. April dann erstmals wieder ein FC-Spiel. Mit seiner Frau, seinem Sohn Kai. Zurück auf der Osttribüne. Im Business-Bereich, der bei dem Notfall damals für ihn geräumt wurde, fließen vor dem Derby gegen Leverkusen (1:2) Tränen bei den von Emotionen überwältigten FC-Mitarbeitern.
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Stentenbach strahlt – vor Glück, Dankbarkeit und Zuversicht. „Ich lebe und ich kann das Leben wieder genießen“, sagt er zu „Bild“ und weiß: „An vielen Orten in meinem Alltag wäre jede Hilfe zu spät gekommen. Ich kann froh sein, dass ich im Stadion war, wo alle auf diese Fälle vorbereitet sind. Und ich kann allen Beteiligten nur immer wieder danken und den Menschen mitgeben: Seid rücksichtsvoll und helft einander. Meine Geschichte zeigt, wie schnell es jeden treffen kann und wie wichtig engagierte Menschen und helfende Hände sind. Wir sind eine Gemeinschaft und die funktioniert und wirkt.“ Er ist das lebende Beispiel dafür.
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild“ veröffentlicht.
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