Triple-Sieger, achtmal Deutscher Meister, 29 Vereinstitel in seiner großen Karriere – und jetzt steht dieser weltberühmte ehemalige Fußballprofi auf einem Amateurplatz im Münchner Südosten. Am Sonntagvormittag schlug in Waldperlach plötzlich der Held von Wembley 2013 auf: Arjen Robben.

Als der legendäre Rechtsaußen des FC Bayern den Reporter dieser Redaktion sieht, ist er zunächst etwas überrascht, grüßt dann aber sehr herzlich. Auf Nachfrage zum großen Halbfinal-Rückspiel seines ehemaligen Klubs am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) in der Champions League gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel 4:5) sagt er ohne zu zögern: „Die Bayern kommen weiter – zu 100 Prozent!“

Auch nach seinem Abschied vom FC Bayern im Sommer 2019 und dem Karriereende zwei Jahre später verfolgt Robben den deutschen Fußball-Rekordmeister noch immer genau. Am Samstag war er beim 3:3 in der Bundesliga gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim nach Längerem auch mal wieder im Münchner Stadion – der Hauptgrund für seinen München-Besuch war aber ein anderer.

Robben trainiert eine U14 aus Groningen

Robben ist derzeit Trainer der U14 seines Heimatvereins FC Groningen. Wie Arjen Robben in seiner Jugend spielt dort auch Kai, der jüngere seiner beiden Söhne (insgesamt drei Kinder). Nun war das Nachwuchsteam von Kai mit Papa und Coach Arjen zum Gastspiel in München eingeladen. Am Samstag zum Testspiel am Bayern-Campus und am Sonntag zu viermal 20 Minuten beim SC Waldperlach.

Wie ist Bayerns Siegtorschütze des Champions-League-Finals 2013 gegen Dortmund (2:1) als Coach? Im Gespräch sagt Robben: „Ich bin da, um zu unterstützen und zu helfen. Die Jungs brauchen nur Liebe. Ich habe Spaß daran. Ich mag es, mit Jugendlichen zu arbeiten.“ Seine Schützlinge nennen ihn einfach „Trainer“.

Auch in der neuen Rolle zieht die Bayern-Legende viele Blicke auf sich: Die Zuschauer staunten am vergangenen Sonntag darüber, wie fit Robben nach wie vor ist. 2023 lief er die 42,195 Marathon-Kilometer in nur 2:58:33 Stunden. Vergangenen September nahm er an einem Padel-Turnier auf Profi-Niveau teil.

Beim Fußball liegt sein Fokus inzwischen aber voll auf seinen Spielern, die er ebenso akribisch trainiert, wie er es in seiner Profikarriere selbst war: Das Aufwärmprogramm hat er genau im Blick, an der Seitenlinie gibt er viele Taktik-Tipps, und er fiebert emotional mit.

Nach dem Testspiel, das die Waldperlacher wegen ihrer körperlichen Überlegenheit 6:0 gewannen, ist der Weltstar ganz nahbar, fast väterlich – für seine Mannschaft gibt es Umarmungen, aufbauende Worte, für den Torwart einen Extra-Trost.

Weltstar als Trainer: Arjen Robben und die Spieler seiner U14

Robben sagt: „Ich habe meinen Jungs trotz der deutlichen Niederlage gesagt: ‚Ihr denkt wahrscheinlich, ihr habt einen blöden Trainer. Aber Ihr habt super Fußball gespielt. Ich habe es genossen. Die erste Halbzeit war überragend. Nur die letzten Meter und der letzte Pass haben gefehlt. Wenn wir so weitermachen, werden wir Meister.“ Auffällig: Fußballerisch ist die Robben-U14 tatsächlich stark, immer wieder suchen die Spieler die spielerische Lösung.

Arjen Robben: „Trainieren mit vielen Ballkontakten“

Robbens Credo: „Wenn die Jungs Gas geben und Spaß haben, bin ich glücklich. Ich möchte ihnen einfach etwas beibringen. Sie müssen lernen, und das geht mit Spielen und Trainieren – mit vielen Ballkontakten.“

Klingt eigentlich nach idealen Voraussetzungen, um in Zukunft ein Nachwuchsteam beim FC Bayern zu trainieren. Doch „Mr. Wembley“ sagt: „Nein, ich bin jetzt gar nicht beschäftigt mit der Zukunft. Im Moment ist es für mich einfach die perfekte Kombination, einen meiner Jungs dabei zu haben. Ich habe in der Vergangenheit durch meine Karriere viel daheim verpasst.“

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Robben verrät: „Nächste Saison werde ich die U19 in Groningen trainieren.“ Dort spielt sein älterer Sohn Luka (18 Jahre). Was danach kommt? „Vielleicht mache ich etwas ganz anderes. Ich schaue von Jahr zu Jahr und möchte einfach Spaß haben und Zeit mit meiner Familie verbringen“, sagt der ehemalige Superstar, ehe er sich vor der Abreise noch geduldig Zeit nimmt, um die vielen Autogramm- und Selfie-Wünsche der Waldperlacher Spieler und Zuschauer zu erfüllen.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in „Bild“ veröffentlicht.

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