Im peruanischen Regenwald wurde vor zwei Jahren ein Schmetterling entdeckt, auffallend schwarz-gelb gefleckt. Er ist recht klein, hat nur drei Zentimeter Flügelspannweite. Vor allem aber hatte er seit seiner Sichtung keinen Namen.

Ein Biologe aus Dortmund, Dauerkarteninhaber beim BVB, hat das nun geändert. Über den Verein Biopat sicherte er sich eine Namenspatenschaft. Jährlich werden Tausende Tiere und Pflanzen neu entdeckt. Da geht so manchem Wissenschaftler die Fantasie aus, wie man die alle benennen kann.

Flatteriger BVB vs. standhafter Platzhirsch FC Bayern

2800 Euro ließ sich der Dortmunder Fan das kosten, der Entdecker gab seine Einwilligung. Das Insekt heißt jetzt Vanewrightia borussiadortmund. Eine Hommage an den britischen Schmetterlingsforscher William Wright und eben an seinen Herzensklub. Quasi ein Falter für die Fankurve.

Die Frage ist nur, ob die Botanik überhaupt noch mit dem BVB in Verbindung gebracht werden kann. Das Gelb des Getiers soll Fressfeinde abschrecken, was zuletzt mit der Dortmunder Abwehr in etwa so viel zu tun hatte, wie ein zarter Schmetterling mit einem erbarmungslosen Seeadler aus Bergamo.

Denkt man an die Chaostheorie, wonach der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Taifun auslösen könnte, dann lachen sich die Bayern mit Blick auf Vanewrightia borussiadortmund zu Recht scheckig.

„Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“, gab Muhammad Ali uns einst mit auf den Weg. Auf den BVB gemünzt: Stürz nicht weiter ab, kleiner Flattermann – und vielleicht gelingt dir dann und wann mal ein Nadelstich.

Dazu kommt, dass Vanewrightia borussiadortmund sehr selten ist. Die Forscher konnten nahe des Amazonas nur vier Exemplare nachweisen, von borussiadortmund (Fauna) gibt es also genauso viele Exemplare, wie es von Borussia Dortmund (Verein) in den vergangenen zwölf Jahren Siege gegen den Münchener Platzhirsch gibt.

Patrick Krull ist Sportredakteur der WELT. In seinem Garten hat er unter anderem drei Schmetterlingsbäume gepflanzt, die herrlich duften und regen Flugbetrieb auslösen. Artikel, wonach der Besuch der Blüten die Falter betrunken macht, sind übrigens Blödsinn. Wissenschaftlich ist das nicht nachgewiesen.

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