Real Madrids brasilianischer Superstar Vinícius Junior steht erneut als Betroffener im Mittelpunkt eines angeblichen Rassismus-Skandals. Innerhalb weniger Momente durchlebte der 25-Jährige beim ereignisreichen Sieg der Königlichen bei Benfica Lissabon heftigste Emotionen.
Nach seinem Traumtor zum 1:0 für Real im Play-off-Hinspiel der Champions League jubelte der Brasilianer zunächst provokant an der Eckfahne. Er bekam dafür die Gelbe Karte. Dann legte sich Vinícius Junior mit mehreren Lissabon-Spielern an – um schließlich empört aufgebracht und wild gestikulierend zu Schiedsrichter Francois Letexier zu rennen. Der unterbrach daraufhin sofort die Partie und kreuzte die Arme, um anzuzeigen, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der Uefa greift. Der argentinische Benfica-Spieler Gianluca Prestianni soll Vinícius rassistisch beleidigt haben.
Mehreren Medienberichten und auch Spielern von Real zufolge soll Vinícius Junior angegeben haben, dass das Wort „mono“ fiel – ein spanischer Ausdruck für Affe. Zu beweisen dürfte das kaum sein, Prestianni hatte sich bei der verbalen Auseinandersetzung das Trikot über Mund und Nase gezogen.
„Dieser Spieler verdient es nicht mehr, in der Champions League zu spielen, aber wir werden sehen, was passiert“, sagte französischen Medien zufolge Frankreichs Ex-Weltmeister Kylian Mbappé nach der Partie. Der Real-Angreifer sprach von einem „schwerwiegenden Vorfall“. Spanischen Medienberichten zufolge sagte Mbappé: „Der Spieler mit der Nummer 25 hat Vini fünfmal als Affen bezeichnet. Das habe ich selbst gesehen.“
Erst nach langen Diskussionen, unter anderem mit Lissabons früherem Real-Trainer José Mourinho, ging die Partie weiter. Der Portugiese sah in der Schlussphase wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte, nachdem er nach einem Foulspiel vehement einen Platzverweis gegen Vinícius gefordert hatte. Mourinho erklärte nach der Partie, er habe verschiedene Versionen von Vinícius Junior und Prestianni gehört. „Aber ich glaube weder dem einen noch dem anderen. Ich möchte unabhängig sein.“
Auf die Frage, ob Vinícius Junior das Publikum angestachelt habe, antwortete Mourinho: „Ich denke schon. Ich habe ihm gesagt, wenn Du so ein Tor schießt, feiere einfach und gehe zurück.“ Und weiter: „Vinícius schießt ein Tor, das nur er oder Mbappé erzielen können. Und dann sollte er von seinen Teamkollegen getragen werden und sich nicht mit 60.000 Zuschauern in diesem Stadion anlegen“, wies er Vinícius zurecht. Der Portugiese nahm Benfica gegen den Verdacht des Rassismus in Schutz und sagte, er habe Vinícius Junior an den legendären Torjäger Eusebio erinnert: „Der größte Mensch in der Geschichte dieses Klubs war schwarz.“
„Rassisten sind Feiglinge“, schreibt Vinícius
Vinícius wurde wiederum fortan bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und nahe der Seitenlinie und Eckfahne immer wieder von Gegenständen beworfen. Nach dem Spiel äußerte sich auch der Brasilianer selbst. In den sozialen Netzwerken schrieb Vinícius in Richtung Prestianni: „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen ihren Mund mit ihren Hemden bedecken, um ihre Schwäche zu zeigen.“ Derartige Vorfälle seien allerdings nicht neu für ihn.
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Vinícius wird in Spanien immer wieder in den Stadien beschimpft und beleidigt. Im Vorjahr waren mehrere Fans wegen rassistischer Beleidigung des Brasilianers verurteilt worden, auch zu Haftstrafen auf Bewährung. Einige sollen eine braune aufblasbare Puppe mit einem Vinícius-Trikot an einer Brücke aufgehängt haben, andere den Profi der Königlichen während eines Ligaspiels beleidigt haben. Die Urteile waren nach Ansicht der spanischen Profiliga ein „Meilenstein“, da es sich um die erste Verurteilung in Spanien handelte, „die rassistische Beleidigungen in Stadien als Hassverbrechen einstuft“.
Ob Prestianni eine Strafe droht? Der Lissabon-Spieler spielte den Vorfall in den sozialen Netzwerken herunter, fühlte sich missverstanden. „Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen den Spieler Vinícius ausgesprochen habe. Er hat das Gehörte leider missinterpretiert. Ich war noch nie rassistisch gegenüber irgendjemandem“, schrieb der Argentinier.
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