Ein Olympia-Star sorgt für Ärger im eigenen Land. Die Niederländer sind wütend auf die Eisschnellläuferin Jutta Leerdam. Nach der harten Kritik der vergangenen Tage hatte sich die 27-Jährige geweigert, im Vorfeld des olympischen 1000-Meter-Rennens am Montag mit der Presse zu sprechen. Daraufhin hatte der heimische Sportjournalistenverband (NSP) offiziell Protest beim Team eingelegt.
Gerard den Elt, Generalsekretär der NSP, polterte: „Das ist unangemessen, inakzeptabel, eines Teams unwürdig und zeugt von wenig Respekt vor den niederländischen Medien und insbesondere der niederländischen Öffentlichkeit. Die NSP wird eine offizielle Beschwerde beim Chef de Mission einreichen.“
Das niederländische Olympische Komitee lenkt nun ein. Leerdam muss mit der Presse reden. „TeamNL hat Jutta Leerdam aufgrund von Presseanfragen kontaktiert. Sie hat sich entschieden, heute Nachmittag nach ihrem Training mit der niederländischen Presse über ihre Vorbereitungen auf die Spiele und ihren ersten Wettkampf zu sprechen“, hieß es in einer Mitteilung.
Weiter heißt es: „Spitzensportler haben das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie während der Olympischen Spiele mit Medienvertretern sprechen. Dies wurde vom Internationalen Olympischen Komitee festgelegt.“
Tatsächlich ist Leerdam im Recht. Die Olympia-Starter müssen lediglich nach jedem Wettkampf die „Mixed Zone“ aufsuchen, wo sich die Presse aufhält. Dort sind sie jedoch nicht verpflichtet, Interviews zu geben, obwohl die Athleten dies beinahe immer tun.
Leerdam startet am Montag
Die Eisschnellläuferin hatte bereits für Aufregung gesorgt, weil sie anders als das restliche Oranje-Team, im Privatjet in die Lombardei gereist war. Daraufhin wurde die Freundin von Influencer und Boxer Jake Paul kritisiert.
Rund fünf Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram, auf den Sprintdistanzen über 500 und 1000 Meter zählt sie zu den Medaillenkandidaten. In Peking vor vier Jahren gewann sie Silber über 1000 Meter, seither kamen elf Weltcup-Siege über diese Distanz dazu.
Am Montag will Leerdam es dann ihren Kritikern zeigen. Vorher muss sie aber reden.
Dieser Text wurde für das Sportkompetenzcenter (WELT, BILD, SPORTBILD) verfasst und erschien zuerst in BILD.
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