Felix Loch ist völlig konsterniert. Minutenlang steht Deutschlands Top-Rodler einfach nur im Zielbereich, sieht andere Athleten jubelnd und lachend vom Schlitten steigen – und schüttelt selbst einfach nur den Kopf. Mehrmals wendet sich der Führende des Gesamtweltcups auch den vielen deutschen Fans im Zielbereich des olympischen Eiskanals von Cortina d’Ampezzo zu, zuckt ratlos mit den Schultern und winkt ihnen entschuldigend zu.
Es war erst der erste Lauf des olympischen Rodel-Wettbewerbs, doch für den 36-Jährigen sind die Medaillenränge in die Ferne gerückt. Klar ist zwar: Loch kann in den nächsten drei Läufen noch etliches Herausholen, das Podest ist noch möglich. Aber der 36-Jährige braucht dafür drei herausragende Läufe – und muss auf Fehler der anderen hoffen. Ganz anders, nämlich exzellent, lief es zum Start für Weltmeister Max Langenhan.
Der erste Lauf ging bei Loch hingegen daneben. Nach einem Startrekord von 3,497 Sekunden touchiert der Olympiasieger von 2010 und 2014 direkt die Bande – und verliert somit Tempo. Später hat er weitere Unsauberkeiten und kämpft um die Linie. Die ganz in Rot gekleideten Betreuer und Trainer aus Deutschland haben sich im Zielbereich vor einem Fernsehen versammelt, verfolgen jede Bewegung des siebenmaligen Einzel-Weltmeisters und 55-maligen Weltcupsiegers – schlagen sich dabei mehrfach die Hände vors Gesicht. Immer wieder geht ein Raunen von der Gruppe aus.
Langenhan führt, Loch auf Rang neun
Im Ziel beträgt Lochs Rückstand auf den vor ihm gestarteten Langenhan 0,494 Sekunden. Langenhan, der 26 Jahre alte Weltmeister der vergangenen beiden Jahre, führt nach dem ersten Durchgang das Feld knapp vor dem Österreicher Jonas Müller und dem Italiener Dominik Fischnaller an. Der dritte deutsche Starter, Timon Grancagnolo, liegt auf Rang acht.
Loch, der in dieser Saison zurück in die Erfolgsspur gekehrt war und im Training in Cortina noch optimistisch und entspannt gewirkt hatte, muss im anschließenden zweiten Durchgang seine Aufholjagd starten. Auf Bronze fehlen ihm derzeit mehr als drei Zehntelsekunden. Langenhans Ausgangsposition hingegen ist top.
Text wird nach dem zweiten Durchgang aktualisiert.
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