Es war das längste Match seiner Karriere und wohl auch das dramatischste. Alexander Zverev verlor bei den Australian Open ein episches Halbfinale gegen Carlos Alcaraz. Nach 5:27 verwandelte der Spanier seinen ersten Matchball und gewann nach großem Kampf 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7.

Zverev war gegen die Nummer eins der Weltrangliste drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der Spanier plötzlich große körperliche Probleme bekam. Beim Stand von 4:4 im dritten Satz schleppte sich Alcaraz nur noch über den Platz und hatte mit Krämpfen zu kämpfen. Er sagte seinem Trainer, dass er sich zuvor übergeben habe. Nachdem der Spanier seinen Aufschlag mit Mühe durchgebracht hatte, ließ er sich beim Seitenwechsel behandeln und nahm eine medizinische Auszeit.

Sehr zum Ärger von Zverev. Denn die Regeln sehen vor, dass Spieler wegen Krämpfen keine Behandlungspause nehmen dürfen. Trotzdem wurde Alcaraz mehrere Minuten am Oberschenkel behandelt. Im Beisein des Oberschiedsrichters Andreas Egli.

„Alcaraz ist ein cleverer Junge“, sagt Boris Becker

Zverev redete auf den Schweizer ein: „Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein. Bullshit. Das ist unfassbar.“ Bei einer strukturellen Verletzung wie etwa einer Zerrung hätte sich Alcaraz behandeln lassen dürfen. Der Spanier hatte wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.„Das ist Schwachsinn. Der hat Krämpfe. Was soll das denn sonst sein? Es ist unglaublich, dass sie ihm erlauben, dass er sich wegen Krämpfen behandeln lassen darf. Das ist scheiße“, sagte Zverev.

Doch die Entscheidung von Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljovic stand, die Serbin genehmigte die Auszeit.

Wäre Alcaraz die Behandlungspause nicht genehmigt worden, hätte er weiterspielen und vielleicht aufgeben müssen. „Alexander hat komplett recht. Alcaraz ist einfach ein cleverer Junge“, sagt Boris Becker als Experte bei Eurosport.

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