Für Federica Brignone wird der Weg zu den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 22. Februar) zu einer schmerzhaften Bewährungsprobe. Vor den Rennen an diesem Wochenende in Crans-Montana spricht die 35-Jährige offen über ihre körperlichen Grenzen – und ihren enormen Willen.
„Ich weiß nicht, ob ich die Abfahrt fahre. Den Super-G fast sicher. Aber ich muss von Tag zu Tag schauen. Ich habe jeden Tag Schmerzen“, sagt die Italienerin, die im Vorjahr zum zweiten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup gewonnen hatte. Ursache ist ein schwerer Sturz im April 2025 bei den italienischen Meisterschaften in Val di Fassa. Im Riesenslalom war sie mit dem rechten Arm an einem Tor hängen geblieben, stürzte heftig und musste auf einer Trage abtransportiert werden.
Die Diagnose folgte kurz darauf: eine mehrfragmentäre Trümmerfraktur der Tibiagelenkfläche (eine sehr schwere Form eines Knochenbruchs am Knie) und des Wadenbeinkopfes im linken Bein sowie ein Riss des vorderen Kreuzbandes. Die Teilnahme an ihren dritten Olympischen Spielen schien damals ausgeschlossen – doch Brignone kämpfte sich zurück: „Die Ärzte sagten, dass ich in zwei Jahren wieder Skifahren würde. Und jetzt bin ich nach zehn Monaten bereits wieder im Weltcup. Alles, was in diesem Winter noch kommt, ist ein Geschenk.“
„Unglaublich, dass ich in Cortina sein werde“, sagt Brignone
Das Speed-Training in der vergangenen Woche in Cortina beschreibt sie als große mentale Herausforderung. „Es war hart. Bei Kurven mit großer Belastung des linken Beines hatte ich richtig Probleme im Kopf. Ich habe erst 13 Trainings mit Toren gemacht. Und alle Platten und Schrauben sind noch im Körper. Es braucht Zeit, bis alles heilt.“
Trotzdem will die Weltmeisterin von 2023 in der Kombination und von 2025 im Riesenslalom bei Olympia angreifen. „Es ist unglaublich, dass ich überhaupt in Cortina sein werde. Ich bin Außenseiterin“, sagt Brignone: „Ich gehe nicht nur hin, um mitzumachen.“
Olympische Erfahrung bringt sie reichlich mit. 2018 in Pyeongchang gewann sie im Riesenslalom Bronze, 2022 in Peking folgten Silber im Riesenslalom und Bronze in der Kombination. In diesem Winter bestritt Brignone bislang erst ein Weltcup-Rennen: Vor zehn Tagen belegte sie in Kronplatz Rang sechs.
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