Das Innenministerium von Sachsen-Anhalt erhöht nach den Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende den Druck auf den 1. FC Magdeburg. Dem Klub könne aufgrund der Gewaltexzesse nur nahegelegt werden, den beteiligten Anhängern die Mitgliedschaft zu entziehen und sich von diesen Anhängern unmissverständlich zu distanzieren, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Die Polizeiinspektion Magdeburg stufte nach den Ausschreitungen das Zweitligaspiel am Freitag gegen Hannover 96 (18.30 Uhr/Sky und im WELT-Liveticker) als Risikospiel ein.

Nach den Krawallen denken inzwischen auch Sponsoren des Fußballvereins über Konsequenzen nach. „Wir sind gegen jegliche Gewalt im Stadion“, sagte etwa Peter Lackner, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg. Lackner sitzt auch im Aufsichtsrat des Vereins. Man werde auch Konsequenzen im Sponsoring in Betracht ziehen.

Die erneuten Ausschreitungen am vergangenen Wochenende ließen dabei auch die Debatte über eine Beteiligung von Vereinen oder der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Einsatzkosten wieder aufflammen. Unter anderem die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte dies nach dem Gewaltausbruch, bei dem etwa 75 Polizisten verletzt wurden, gefordert.

Ermittlungen wegen Verdachts des versuchten Mordes

Das Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Jahr juristisch bestätigt, dass Bundesländer zusätzliche Kosten bei Hochrisikospielen an die Fußballliga weitergeben dürfen. Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) lehnt dies jedoch ab. Mittelfristig plane Sachsen-Anhalt, die Sicherheit bei Fußballeinsätzen über sogenannte Stadionallianzen zu erhöhen.

Das sind Kooperationsprojekte zwischen verschiedenen Akteuren rund um Fußballspiele, die das Ziel haben, die Sicherheit bei Spielen zu erhöhen und gleichzeitig die Polizeieinsatzstunden zu reduzieren. Bereits im Dezember hatte sich Zieschang zu dieser Art der Sicherheitsmaßnahmen bekannt. Es gehe um mehr Sicherheit mit weniger Polizei, sagte die Innenministerin damals. Dadurch sollen Konfliktsituationen reduziert werden, so das Innenministerium auf Nachfrage. Gleichzeitig betonte eine Ministeriumssprecherin, dass die Erfahrung aus anderen Bundesländern gezeigt habe, dass es zur Etablierung effektiver Stadionallianzen rund drei Jahre bedürfe.

Am Mittwoch war ein erster Tatverdächtiger festgenommen worden. Gegen den 29-Jährigen wird unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt.

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