Die Mitarbeiter von Bayer Leverkusen atmen auf. Nach drei Pflichtspielpleiten in Folge zu Jahresbeginn haben die Profis gegen Werder Bremen den ersten Sieg 2026 eingefahren (1:0). Für die rund 400 Angestellten ist das besonders wichtig. Nachdem der Werksklub auf Platz sechs abgerutscht ist, hält er nun zumindest den Anschluss an die Champions-League-Ränge. Landet Bayer am Ende auf einem der ersten vier Plätze, kassieren alle Mitarbeiter ab: zwei Montagsgehälter gibt es dann als Prämie.
Bei den Spielern, die darüber entscheiden, ob der Bonus ausgezahlt wird, geht es um ganz andere Summen. Der Großteil hat einen individuellen Nachschlag für das Erreichen der höchst lukrativen Königsklasse ausgehandelt. Bis zu 250.000 Euro sind für das Erreichen des Saisonziels möglich. Darüber hinaus haben die Stars Punktprämien vereinbart: Bis zu 39.000 Euro pro Profi werden für den Sieg gegen Bremen ausgeschüttet.
Die Prämien der Bundesliga – der Unterschied der einzelnen Klubs und die individuellen Zahlungen gehen noch weiter auseinander als die Gehälter.
Beispiel FC Bayern: Siege werden beim Rekordmeister vorausgesetzt. Deshalb wird keine Punktprämie gezahlt. Stattdessen soll es nach Informationen der „Sport Bild“ einige Spieler geben, die einen Einsatzbonus erhalten. Zum Beispiel 100.000 Euro nach fünf Spielen, nach zehn, nach 15 usw. Andere sollen angeblich Intervalle von sieben Spielen vereinbart haben. So sollen bei Profis, die nicht zu den Spitzenverdienern zählen, angeblich allein an Einsatzprämien bis zu 500.000 Euro pro Saison hinzukommen können.
Beim FC Bayern profitieren finanziell alle Mitarbeiter vom Erfolg des Teams
Bei Top-Stars kann es in den neuen Verträgen um eine viel größere leistungsbezogene Komponente gehen. Der Vertrag von Leroy Sané, der im Sommer 2025 auslief, soll so ausgesehen haben: Sein Grundgehalt von geschätzt 15 Millionen Euro soll aufgrund einer Zusatzklausel durch die leistungsabhängige Jahresprämie um bis zu fünf Millionen Euro hätte anwachsen können. Jeweils 20 Prozent soll es nach fünf Pflichtspieleinsätzen gegeben haben. Würde heißen: Ab 25 Pflichtspielen hätte er demnach immer das Ziel erreicht. Der Nationalspieler entschied sich 2025 gegen eine Verlängerung zu reduzierten Bezügen beim FC Bayern und wechselte zu Galatasaray Istanbul. Da kassiert er inklusive eines garantierten Bonus zwölf Millionen Euro netto pro Saison.
Hinzu kann für alle Bayern-Spieler im Erfolgsfall die Titelprämien kommen, die jeder persönlich verhandeln kann. Für die Meisterschaft soll es demnach zwischen 100.000 und 500.000 Euro zusätzlich geben können, für den Sieg in der Champions League angeblich in vielen Fällen ebenfalls 500.000 Euro. Das Erreichen der Königsklasse wird vorausgesetzt und ist mit Gehalt und Jahresleistungs-Prämien abgegolten. Erreicht der FC Bayern das Ziel nicht, sollen einige Top-Verdiener in der Folgesaison sogar Einbußen in Kauf nehmen müssen – in Form einer Reduzierung des Gehalts: angeblich von bis zu 30 Prozent, wie die „Sport Bild“ erfuhr.
Wie in Leverkusen profitieren auch alle anderen Mitarbeiter von den Erfolgen der Mannschaft. Die genauen Boni werden in Zielvereinbarungen festgehalten. Für das Triple 2013 hatte es noch pauschal zweieinhalb Monatsgehälter für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter gegeben.
Beispiel Frankfurt: Pro Punkt kassieren die Spieler der Startelf zwischen 6000 und 25.000 Euro, alles ist individuell geregelt. Eine Jahresprämie gibt es nur noch für das Erreichen der Champions League. Alles darunter wird nicht mit einem Bonus honoriert. Erreicht die Eintracht das Ziel, lohnt es sich richtig: In der Folgesaison bekommen die Spieler, die ihre Verträge seit der Neuregelung 2024 abgeschlossen haben, bis zu 50 Prozent mehr Gehalt. Ein Profi, der z.B. zwei Millionen pro Jahr kassiert, erhält nach dieser Rechnung im Jahr der Teilnahme an der Königsklasse drei Millionen Euro. Es mangelt also nicht an finanziellen Anreizen, um die aktuelle Krise (neun Punkte Rückstand auf Platz vier) zu überwinden.
Beim 1. FC Köln bekommt jeder die gleiche Punkt-Prämie
Beim 1. FC Köln hingegen gilt der Erfolg immer als Mannschaftsleistung. Deshalb erhalten alle Profis die identische Punkt-Einsatzprämie. Eingeführt hat das System der ehemalige Geschäftsführer Christian Keller. Diese Regelung, die auf einen Bierdeckel passt, ist eine seiner Ideen, die auch nach der Trennung im Mai 2025 Bestand hat.
Steht die Mannschaft am Ende des Spieltags auf Platz eins der Liga, gibt es pro Punkt 12.000 Euro. Auf Platz zwei bis vier sind es 10.000 Euro, auf Rang fünf und sechs gibt’s 8500 pro Punkt je Spieler, auf den Plätzen sieben bis 16 sind es 7000 Euro. Auf den Abstiegsplätzen 17 und 18: null. Für den wichtigen Sieg zuletzt gegen Mainz erhielt jeder Spieler, der von Beginn an spielte, 21.000 Euro. Egal, ob Kapitän Marvin Schwäbe (30) oder das neue Abwehr-Talent Jahmai Simpson-Pusey (20).
Auch die Abstufungen für Einwechselspieler sind als Vertragsanhang für jeden Spieler gleich: Wer bis zu 60. Minute von der Bank kommt, erhält 50 Prozent der Prämie. 60. bis 75. Minute: 35 Prozent. Ab 75. Minute: 20 Prozent. Wer es lediglich in den Kader geschafft hat, bekommt 10 Prozent.
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In Leipzig hat Manager Marcel Schäfer im Sommer eine überarbeitete Prämienvereinbarung für Neuverträge eingeführt. Nachdem RB im vergangenen Jahr alle internationalen Wettbewerbe verpasst hat, werden nun nur 70 Prozent der Erfolgsboni monatlich mit dem Gehalt überwiesen. Die restlichen 30 Prozent erhalten die Spieler erst am Saisonende – wenn die Champions League erreicht ist. In dem Fall erhöht sich zudem das Grundgehalt um ebenfalls 30 Prozent. Klappt es nicht, wird die Kohle einbehalten.
Am Beispiel von Shootingstar Yan Diomande (19) sieht die Rechnung so aus: Als Schnäppchen im Sommer verpflichtet, kassiert der Stürmer im Jahr aktuell geschätzt ein Grundgehalt von zwei Millionen Euro. Erreicht RB die Königsklasse mit z.B. 65 Punkten, gibt es den Doppel-Zuschlag. Plus 30 Prozent (rund 600.000 Euro) beim Gehalt in der Folgesaison und die volle Prämie rückwirkend. Geht man von 10.000 Euro pro Punkt aus, wären es noch einmal 650.000 Euro.
Der BVB zahlte vergangene Saison 25,4 Millionen an Prämien
In Dortmund ist das Prämiensystem noch rigoroser: Zwischen 10.000 und 20.000 Euro kassieren die Stars je nach persönlicher Vereinbarung pro Punkt in der Bundesliga und der Champions League. Wird das Ziel Königsklasse knapp verpasst, gibt es in der Europa League gar keine Prämien. So hat es Sportdirektor Sebastian Kehl mit allen Spielern vereinbart. Zudem sinkt dann das Grundgehalt in der folgenden Saison bei jedem einzelnen Spieler um 15 bis 20 Prozent.
Vergangene Saison zahlte der BVB neben Grundgehältern in Höhe von 122,5 Millionen Euro an seine Stars weitere 25,4 Millionen spielbezogene Prämien. Ein Jahr zuvor waren es aufgrund der Teilnahme am Champions-League-Finale sogar 33,4 Mio. Bonus für die Spieler.
Es ist nicht belegt, welchen Anteil die Bonusvereinbarung daran hat, dass Dortmund in der vergangenen Saison mit einem Schlussspurt noch die Champions League erreicht hat. Sicher ist aber, dass Trainer Niko Kovac großen Einfluss hatte. Seine Prämie: 750.000 Euro. Einen Punkt-Bonus pro Spieltag enthält sein Vertrag nicht. Auch die Bosse erhalten ausschließlich Zuschläge für die Zielerreichung am Saisonende.
Richtig fette Prämien gibt es nicht nur bei den Spitzenklubs. Mainz 05 spielt seit 2009 ununterbrochen in der Bundesliga und hat sich bei den Boni entsprechend entwickelt, um für Spieler interessant zu bleiben. 10.000 bis 15.000 Euro pro Punkt sind keine Seltenheit mehr. Ein Stammspieler kann sein Gehalt damit um mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr erhöhen.
Hinzu kommen Mannschaftsprämien, etwa für das Erreichen der Conference League, wie im Sommer 2025. Eine Nichtabstiegsprämie gibt es bei Manager Christian Heidel (62) nicht. Für das Minimalziel wird die Mannschaft schon mit den Grundgehältern gut entlohnt.
Der FC Augsburg geht einen besonderen Weg
Anders ist es bei Aufsteiger HSV. Dort wurde mit Spielern ein Nachschlag für den Liga-Verbleib z. B. von bis zu 100.000 Euro individuell vereinbart. Komplett ausgezahlt wird der, wenn der Profi auf mindestens 25 Einsätze mit jeweils 45 Spielminuten und mehr kommt. Punktprämien liegen in der Regel bei 6000 Euro.
Ähnlich ist es beim Nachbarn FC St. Pauli: 5000 Euro pro Punkt kassieren beim Kiez-Klub einige Spieler. Im Falle des Klassenerhalts soll es 2500 Euro nachträglich pro Startelf-Einsatz geben. Bei Schlusslicht Heidenheim gibt es ebenfalls 5000 Euro pro Punkt.
Einen besonderen Weg geht der FC Augsburg. Die Spieler haben individuelle Prämien, wie beim Großteil der anderen Klubs. Allerdings gibt es für die Mitarbeiter eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich guten Jahren. 2025 schüttete der FCA rund eine Million Euro als freiwillige Leistung aus. Alle Angestellten wurden beteiligt – vom Putz-Team über die Mitarbeiter der Jugend bis zur Geschäftsstelle und dem Team rund um die Profi-Mannschaft. Berechnet wurden die Prämien u.a. anhand der Betriebszugehörigkeit. Für die Putzkräfte zum Beispiel, die am längsten angestellt sind, gab es bis zu 5000 Euro extra.
Dabei geht es nicht allein ums Geld. Derartige Prämien stärken Identifikation und Zusammenhalt im Klub.
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