Mit einem Ass und 213 Km/h hatte er das Match eröffnet, um es dann souverän für sich zu entscheiden: Mit seiner bislang stärksten Leistung ist Alexander Zverev bei den Australian Open nach einer Spielzeit von gerade einmal 2:11 Stunden souverän ins Viertelfinale eingezogen.

Auf eine Kampfansage an die Konkurrenz verzichtete der Vorjahresfinalist danach aber. „Ich werde meinen Mund geschlossen halten“, sagte Zverev nach seinem starken 6:2, 6:4, 6:4 gegen den Argentinier Francisco Cerundolo. „Um bei einem Grand Slam im Viertelfinale zu stehen, muss man gutes Tennis spielen, aber ich will es nicht kaputtmachen“, vermied Zverev klare Worte im Gespräch mit Andrea Petkovic: „Ich hoffe, dass ich in den nächsten drei Spielen noch besser spielen kann.“

Dabei hätte er nach der beeindruckenden Leistung gegen Cerundolo durchaus Grund für forschere Töne gehabt. Erstmals im diesjährigen Turnierverlauf blieb der Weltranglistendritte ohne Satzverlust und steht beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison damit zum fünften Mal in der Runde der letzten Acht.

Zverev mit Mini-Schwächephase ohne Folgen

Das hatte in seiner Karriere nicht einmal Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker geschafft, der am Yarra River viermal im Viertelfinale stand – 1991 und 1996 aber den Titel gewann.

Davon ist Zverev noch ein ganzes Stück entfernt, die Form stimmt aber beim gebürtigen Hamburger. Nachdem er sich in den Runden zuvor stets eine Schwächephase geleistet und jeweils einen Satz abgegeben hatte, machte er das Weiterkommen dieses Mal in drei Sätzen klar. „Die Form war heute hervorragend“, sagte Becker als Eurosport-Experte. „Diesen klaren Sieg haben wir so nicht erwartet. Spielerisch, auch geistig war er der deutlich bessere Mann“, sagte Becker: „So kann es weitergehen.“

Zverev zeigte gegen Cerundolo vom ersten bis zum letzten Ballwechsel eine hochkonzentrierte Leistung. Nach nur einer halben Stunde holte sich der 28-Jährige den ersten Satz und ließ damit auch die argentinischen Fans verstummen, die in der John Cain Arena versuchten, ihren Landsmann mit lauten Sprechchören zum Sieg zu treiben.

Doch viel Grund zur Freude hatte der südamerikanische Anhang nicht. Denn auch im zweiten Durchgang agierte Zverev mit beeindruckender Dominanz. Der deutschen Nummer eins gelang erneut ein schnelles Break, Zverev hatte die Partie sicher im Griff.

Dabei war die Bilanz gegen Cerundolo vor dem Achtelfinale von Melbourne negativ. Die ersten drei Duelle hatte Zverev allesamt verloren – allerdings jeweils auf dem von Cerundolo geliebten Sandplatz. Auf dem Hartplatz in der John Cain Arena fand der Argentinier dagegen zu keiner Zeit ein Mittel gegen das wuchtige Spiel von Zverev.

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Nur gegen Ende des zweiten Satzes leistete sich Zverev eine kleine Phase der Unkonzentriertheit. Cerundolo verkürzte von 2:5 auf 4:5, doch mit einem Ass nutzte Zverev seinen dritten Satzball und stellte damit die Weichen auf Weiterkommen.

Im dritten Durchgang fand Zverev, der im Vorjahr im Finale in drei Sätzen gegen den Italiener Jannik Sinner verloren hatte, dann wieder zu alter Souveränität zurück. Zum 4:3 gelang ihm das entscheidende Break, Cerundolo steckte nun auf, sodass Zverev nicht mehr in Bedrängnis geriet.

Zuschauerin erleidet Schwächeanfall bei Alcaraz-Match

Im Kampf um den Halbfinaleinzug trifft Zverev am Dienstag etwas überraschend auf das US-Talent Learner Tien. Dieses hatte sich gegen Daniil Medvedev durchgesetzt. In drei Sätzen (6:4, 6:0, 6:3) räumte der 20-Jährige den Russen im Achtelfinale aus dem Weg, Zverev bleibt damit das Duell mit einem Angstgegner erspart

Vor ihm hatte bereits der Weltranglisten-Erste Carlos Alcaraz den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Der 22 Jahre alte Spanier setzte sich gegen den Amerikaner Tommy Paul mit 7:6 (8:6), 6:4, 7:5 durch – und ist damit in Melbourne in diesem Jahr weiter ohne Satzverlust. Alcaraz, der beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison bislang noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen ist, benötigte 2:44 Stunden für seinen Erfolg. „Ich in sehr zufrieden mit meinem Level. Ich denke, es war ein Spiel auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Alcaraz. Die Australian Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, das der Spanier bislang nicht gewonnen hat.

Die Partie in der Rod Laver Arena musste im Tiebreak des ersten Satzes für eine knappe Viertelstunde unterbrochen werden, weil auf den Zuschauerrängen eine ältere Dame einen Schwächeanfall erlitten hatte. Die Frau konnte die Arena begleitet von Sanitätern aber laufend verlassen.

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