BVB-Kapitän Emre Can ist beim Auswärtssieg beim 1. FC Union zur Zielscheibe der Berliner Fans geworden. „Ich finde es nicht so geil, dass unsere Fans, trotz dessen, dass sie geile Stimmung machen, dann so ein, zwei Sprüche raushauen, die für mich einfach einen Ticken zu viel sind“, sagte Union-Angreifer Ilyas Ansah nach dem 3:0 der Dortmunder.
Doch was war passiert? Can brachte den BVB mit einem eiskalt verwandelten Elfmeter früh in Führung, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und als emotionaler Leader voran. In der 59. Minute leistete er sich dann aber ein Gerangel mit Janik Haberer, der ihm in einer Spielunterbrechung den Ball aus der Hand genommen hatte. Für seinen Schubser sah Can die Gelbe Karte. „Es sind Emotionen, passiert im Fußball, sollte nicht passieren, aber das kommt einfach hoch“, sagte Can bei Sky.
In der Folge wurde er von den Berliner Fans mit Gesängen übel beschimpft. Nach einer weiteren hitzigen Situation nahm Trainer Niko Kovac Can vom Feld, wohl auch um einen Platzverweis zu vermeiden. Diogo Leite war ihm in der 60. Minute auf den Fuß getreten, auch seine Reaktion darauf und die anschließende Diskussion mit Schiedsrichter Robert Hartmann nach dem Foul kamen bei den Union-Fans nicht gut an. Auch bei der Auswechslung des 32-Jährigen wurde er von den Union-Fans heftig beleidigt (u.a.: „Hurensohn“).
Schlotterbeck konnte dem BVB-Kapitän Can einiges abgewinnen
Dass die Gesänge den Defensivspieler arg gestört hätten, glaubte man beim BVB im Anschluss aber nicht. „Über einen aggressiven Emre freue ich mich immer, weil den will man nicht bespielen“, sagte Nico Schlotterbeck. Geschäftsführer Lars Ricken glaubte, dass so etwas Can nur noch mehr pushen würde. Torhüter Gregor Kobel sah es ähnlich: „Ich glaube, er mag das.“
In Berlin-Köpenick ist der Defensivmann aber wohl erst mal kein gerngesehener Gast mehr. „POV: Deine Gäste zum 60. Geburtstag stehen vor der Tür“, freute sich Borussia Dortmund bei X über den 3:0-Erfolg und postete dazu ein Bild von Maximilian Beier, Schlotterbeck und Can. Eine Anspielung darauf, dass Union vor dem Spiel sein 60-jähriges Vereinsbestehen mit einer großen Choreo gefeiert hat. „Nur für geladene Gäste“, antwortete Union mit einem Smiley und schnitt Can aus dem Foto.
Neben Can Can (10. Minute) trafen für Dortmund noch der Ex-Unioner Schlotterbeck (53.), Maximilian Beier (84.) stellte den Endstand her. Der BVB ist seit zwölf Bundesliga-Spielen ungeschlagen, Tabellenzweiter und verkürzt den Rückstand auf den FC Bayern durch den Sieg in Berlin auf acht Punkte.
BVB-Torhüter Gregor Kobel sagte auf Nachfrage zu Can schmunzelnd: „Ich glaube, er mag es. Ich glaube, es gefällt ihm. Ich spiele auch gern auswärts. Ich feiere es auch noch, wenn da Stimmung aufkommt und da dicke Luft ist. So wie ich Emre einschätze, fand er es auch ganz cool.“
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