Den Zuschauern bot sich in dieser Woche eine der spektakulärsten Szenen der laufenden NHL-Saison. Dass Spieler sich beim Eishockey gelegentlich in die Wolle bekommen, gehört gewissermaßen zum guten Ton. Dass sich aber zwei Torhüter versuchen, einander die Seele aus dem Leib zu prügeln, hat dann doch Seltenheitswert. Zuletzt hatte es dies in der nordamerikanischen Profiliga vor sechs Jahren gegeben.
Nun durften sich Connaisseure des gepflegten Bud-Spencer-Films beim Duell zwischen den Florida Panthers und den San Jose Sharks über diese seltene Tracht Prügel freuen.
Im letzten Drittel hatte sich das Spiel zunehmend aufgeheizt, Fouls und kleinere Rangeleien bestimmten das Geschehen. Eine davon spielte sich vor dem Tor der Sharks ab, mittendrin Torwart Alex Nedeljkovic, der einen Spieler der Panthers attackierte. Das reichte aus, um 60 Meter entfernt eine Sicherung im Kopf von Sergei Bobrovsky durchbrennen zu lassen. Der Florida-Torhüter machte sich auf den langen Weg, um sein Gegenüber zur Rede zu stellen.
„Es war aufregend, aber ...“
Ein langer Weg. Die Szene hatte sich eigentlich beruhigt, als Bobrovsky mit blanken Fäusten herangeschossen kam und Nedeljkovic ansprang wie ein wilder Stier. Wobei diese Metapher nicht ganz passt: Mit ihren dicken Rüstungen sah das Ganze eher aus wie der Kampf zweier riesiger Teddybären. Fast schon niedlich. Das fanden offenbar auch die Mitspieler, die wie einst auf dem Pausenhof feixend und applaudierend Spalier standen. Auf den Rängen tobten die Fans ohnehin.
Verletzt wurde niemand, und der 37-jährige Bobrovsky zog nach dem ersten Torhüterkampf seine Karriere ein selbstkritisches Fazit: „Es war aufregend, aber offensichtlich ist es nicht das, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene.“
Besser ist das. Bobrovsky zog klar den Kürzeren. Vielleicht war er angesichts der langen Anreise zur Schlägerei einfach schon aus der Puste, als es losging.
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