Diese Liste sorgt Jahr für Jahr für viel Gesprächsstoff in der Branche. „Sport Bild“ hat wieder die 50 Mächtigsten im deutschen Fußball ausgewählt. Unangefochtene Nummer eins bleibt zum vierten Mal in Folge Hans-Joachim Watzke. Zwar hat er seinen Chefsessel als BVB-Geschäftsführer gegen den des e.V.-Präsidenten eingetauscht. Trotzdem hat Watzke als DFL-Boss, DFB-Vize, Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees und sauerländischer Jugendfreund von Bundeskanzler und BVB-Fan Friedrich Merz (CDU) großen Einfluss.
Auf Platz zwei gibt es hingegen ein neues Gesicht: RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter bestimmt künftig, auf welchen Pay-TV-Sendern die Live-Spiele der Bundesliga laufen. Und wie tief die Fans dafür in die Tasche greifen müssen.
Streng geheim sind die Pläne, die RTL Deutschland nach der geplanten Übernahme mit Sky, bislang Hauptgeldgeber der Bundesliga, hat. Bis das Bundeskartellamt in diesem Jahr grünes Licht für die mindestens 150 Millionen Euro schwere Transaktion gibt, dürfen keine Informationen an die DFL fließen.
Das betrifft auch die Zusammenführung von Pay-TV-Abos und -Rechtepaketen, darunter die Bundesliga-Livespiele am Freitag und Samstag, die komplette 2. Liga und der DFB-Pokal (alles bei Sky, ab 2026/27 drei bis vier Pokalpartien bei RTL/Free). Nur dass die Marken Sky, dessen Streamingdienst WOW, RTL und RTL+ zunächst parallel fortgeführt werden sollen, konnte die DFL den 36 Profiklubs im Dezember mitteilen.
RTL-CEO Schmitter versicherte in den Gesprächen mit dem DFL-Präsidium, wie wichtig die Bundesliga für die schrittweise Transformation von einem reinen Free- hin zu einem Pay-Geschäftsmodell sei. Entsprechend positiv bewerten die Liga-Bosse die Übernahme: Es falle kein Bieter für die nächste Rechte-Auktion (im zweiten Quartal 2028 geplant) weg. Sondern RTL, das bisher weniger als fünf Prozent (für das Zweitliga-Topspiel am Samstagabend/Free und die Bundesliga-Clips/Pay) zu den TV-Gesamterlösen der DFL in Höhe von 4,484 Milliarden Euro beiträgt, werde zum drittgrößten Player auf dem deutschen Markt hinter Netflix und Amazons Prime Video. Entsprechend lukrative RTL-Gebote werden beim Neuverkauf der Pakete ab der Saison 2029/30 erwartet.
Sebastian Hoeneß und Eric Huwer neu im Ranking
Die anstehende Elefanten-Hochzeit katapultiert Schmitter als Newcomer im Ranking fast ganz nach oben. Aufgestiegen in die Top 10 ist Holger Blask, der in Personalunion die Posten des neuen DFB-Generalsekretärs und des Geschäftsführers der DFB GmbH und Co. KG besetzt, in die alle Geschäftsbereiche (u. a. Nationalmannschaften, 3. Liga) ausgegliedert wurden.
Zu den neuen Gesichtern unter den mächtigsten 50 gehören Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß, der den VfB 2025 zum DFB-Pokalsieg geführt hat und vor einer großen Zukunft bei einem Topverein steht – möglicherweise sogar bei seinem Onkel Uli Hoeneß beim FC Bayern.
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Ebenfalls neu dabei: HSV-Vorstand Eric Huwer, der auch zum DFL-Aufsichtsrat gehört. Und Johann Plenge, der als Geschäftsführer von RB Leipzig und rechte Hand von Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff mit am Tisch sitzt, wenn es bei der DFL, bei Europas Klubverband EFC und im exklusiven Kreis der regelmäßigen Champions-League-Teilnehmer mit Bayern, BVB, Leverkusen und Frankfurt um relevante Themen geht.
Auch eine Frau hat es neu in die Rangliste geschafft: Katharina Kiel (Frankfurt) als neue Präsidentin der Frauen-Bundesliga (FBL). Noch nicht dabei ist Tatjana Haenni, die als erster weiblicher CEO in der Bundesliga-Geschichte seit 1. Januar bei RB Leipzig arbeitet.
Die Liste der 50 Mächtigsten im deutschen Fußball
Platz 1, Hans-Joachim Watzke (Ligapräsident): Ehre, wem Ehre gebührt: Per DFL-Satzungsänderung angelte sich Watzke im Dezember mit Zustimmung der 36 Profiklubs den Titel zurück, den schon seine Vorgänger trugen: Ligapräsident. Und nicht mehr „nur“ Sprecher des DFL-Präsidiums. Damit befindet sich Watzke auch formell auf Augenhöhe mit seinen Amtskollegen in anderen europäischen Topligen. Mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, dessen erster Vize und wichtigster Ansprechpartner Watzke ist. Und mit Uefa-Präsident Aleksander Čeferin aus Slowenien, zu dem Watzke als Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees einen engen Draht hat.
Platz 2, Stephan Schmitter (CEO RTL Deutschland): 2024 trat Schmitter die Nachfolge von Thomas Rabe als RTL-Chef an und treibt seitdem den Transformationsprozess des Kölner Unternehmens sowie den Ausbau des Streamingdienstes RTL+ voran. Eine zentrale Rolle spielt die für 2026 geplante Übernahme des Pay-TV-Senders Sky mit Rechten an den Bundesliga-Livespielen und am DFB-Pokal. Zusammen kommen RTL und Sky auf rund zwölf Mio. Abonnenten.
Platz 3, Bernd Neuendorf (DFB-Präsident): Neuendorfs Stellenwert verdeutlichte seine einstimmige Wiederwahl auf dem DFB-Bundestag im November. Amateur- und Ligavertreter schätzen seine Arbeit: Der finanziell angeschlagene Verband wurde konsolidiert, das Verhältnis zur DFL befriedet, die Frauen-EM 2029 nach Deutschland geholt. Im Fifa-Rat hat sich Neuendorf mit Präsident Gianni Infantino nach dem Armbinden-Krach bei der WM 2022 in Katar arrangiert.
Platz 4, Jan-Christian Dreesen (Vorstandschef FC Bayern): Mit offenen Armen wurde Dreesen im September nach neunmonatiger Unterbrechung bei seiner Rückkehr ins DFL-Präsidium empfangen, nachdem er den Machtkampf bei den Bayern gegen Michael Diederich gewonnen hatte. Prompt wurde Dreesen zum Vorsitzenden des DFL-Lizenzierungsausschusses gewählt. Auch international hat sein Wort Gewicht im Vorstand von Europas Klubverband EFC (vormals ECA).
Platz 5, Marc Lenz/Steffen Merkel (DFL-Geschäftsführer): Dass das DFL-Duo einen guten Job macht, lässt sich an zwei Beispielen festmachen: Vermarktungsexperte Merkel holte trotz der Skepsis mancher Experten beim Neuverkauf der TV-Rechte mit 4,484 Milliarden Euro ein Plus von 84 Mio. Euro heraus. Der für Sportpolitik verantwortliche Lenz verhinderte (vorerst) die von den Innenministern angedrohten harten Maßnahmen gegen Störer in den Stadien, die auch die friedlichen Fans getroffen hätten.
Platz 6, Oliver Mintzlaff (Red-Bull-Boss): Als Red-Bull-Boss ist Mintzlaff der mächtigste deutsche Sport-Manager weltweit. Im Fußball ist er u. a. für die fünf Red-Bull-Klubs in Leipzig, Salzburg, New York, Bragantino/Brasilien und Omiya Ardija/Japan zuständig. Mintzlaff holte Jürgen Klopp als globalen Fußball-Chef und die Schweizerin Tatjana Haenni als neue CEO zu RB Leipzig. Der Ex-Langstreckenläufer sitzt im EFC-Vorstand und im Aufsichtsrat von Adidas.
Platz 7, Julian Nagelsmann (Bundestrainer): Deutschlands wichtigster Trainer schickte die Fans 2025 durch ein Wechselbad der Gefühle, nachdem mit dem Erreichen des EM-Viertelfinals 2024 gegen Spanien (1:2 n.V.) der Umschwung geschafft zu sein schien. Doch der Traum vom Nations-League-Gewinn im eigenen Land platzte, auch in der WM-Quali wechselten sich Licht und Schatten ab. Laut Forsa-Umfrage glauben nur acht Prozent der Deutschen an den WM-Titel.
Platz 8, Alice Mascia (DAZN-Deutschland-Chefin): Die Italienerin landete Ende 2024 einen Coup, indem sie Sky die Bundesliga-Konferenz am Samstag wegschnappte. Der nächste folgte im Sommer 2025 mit der weltweiten Übertragung der neuen Klub-WM in den USA. Die Champions-League-Rechte verliert DAZN 2027, kaufte dafür die Europa League und Conference League ein. Mascia schaffte, was keinem ihrer Vorgänger gelang: den Streamingdienst in die Gewinnzone zu führen.
Platz 9, Holger Blask (DFB-Generalsekretär): Als Geschäftsführer der DFB GmbH und Co. KG sorgte Blask durch sein Verhandlungsgeschick bei Vertragsabschlüssen mit für die finanzielle Konsolidierung des Verbandes. In Personalunion ist er nun auch Generalsekretär. Mit dieser Macht scheut sich der 2020 von der DFL zum DFB gewechselte Blask nicht, den Liga-Granden die Stirn zu bieten, etwa beim Streit um die neue Frauen-Bundesliga (FBL).
Platz 10, Fernando Carro (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): Der Spanier ist national und international bestens vernetzt und als DFL-Aufsichtsrat, Vorstand in Europas Klubverband, Mitglied der Uefa-Klubwettbewerbskommission sowie der für die Vermarktung der Champions League zuständigen Gesellschaft „UC3“ (Joint Venture von Uefa und EFC) bei allen wichtigen Themen auf Ballhöhe. Seine nächste Herausforderung: Bayers 50+1-Ausnahmestatus vor dem Kartellamt retten.
Platz 11, Axel Hellmann (Vorstand Eintracht Frankfurt): Als Mitglied des DFL-Präsidiums zeigt Hellmann klare Kante, etwa beim Thema 50+1. Und auch im Streit mit dem DFB um die neue Frauen-Bundesliga. Der Vorstandssprecher der Eintracht kämpft mit DFL-Geschäftsführer Lenz in der Uefa-Lizenzierungskommission im Interesse der Bundesliga für die Verschärfung der Finanzregeln. EFC-Boss Nasser Al-Khelaifi (PSG) hat Hellmann zu seinem Sonderbeauftragten ernannt.
Platz 12, Uli Hoeneß (Aufsichtsrat FC Bayern): Auch in der zweiten Reihe hat der Ehrenpräsident des Branchenprimus als „Patron“ große Macht. Wird sein FC Bayern von außen angegriffen, ist die Abteilung Attacke sofort zur Stelle. Hoeneß’ öffentliche Kommentare zum operativen Geschäft (Beispiel Woltemade-Transfer) und zu Personalien, etwa die Ansage an Sportvorstand Max Eberl („Ziemlich empfindlich“), sorgen regelmäßig für Gesprächsstoff.
Platz 13, Oliver Leki (Vorstand SC Freiburg): Die Rolle des Stellvertreters von DFL-Präsident Watzke wird öffentlich unterschätzt, weil Leki lieber im Hintergrund agiert. Wegen seiner ruhigen Art und der Akribie, mit der er Themen bearbeitet, ist Leki ein geschätzter Verhandlungspartner, etwa im Streit um die 50+1-Ausnahmen Leverkusen und Wolfsburg oder mit dem DFB um die Frauen-Bundesliga. Manche sehen in ihm schon den Watzke-Nachfolger.
Platz 14, Joshua Kimmich (DFB-Kapitän): Der Bayern-Star reifte in München und unter Bundestrainer Nagelsmann zum Führungsspieler und Wortführer. Seine Machtposition wurde deutlich, als er sich bei seiner Vertragsverlängerung bis 2029 nicht nur mit seiner Gehaltsforderung durchsetzte. Sondern sich auch zusichern ließ, dass der Verein langfristig mit Trainer Kompany plant. Von Eberl forderte er öffentlich Verstärkungen im Sturm.
Platz 15, Rudi Völler (DFB-Sportdirektor): Als Berater, Unterstützer und Schutzschild des nicht unkritisch gesehenen Bundestrainers Nagelsmann sowie als Ansprechpartner für die DFB-Stars leistet Völler wichtige Dienste. Und das nicht nur bei der WM diesen Sommer in den USA, Kanada und Mexiko. Völler hat seinen Vertrag – parallel zu Nagelsmanns Laufzeit – um zwei Jahre bis zur EM 2028 in Großbritannien und Irland verlängert.
Platz 16, Lothar Matthäus (TV-Experte): Keiner analysiert besser, keiner kritisiert härter – gerade seinen Ex-Verein FC Bayern – als der Weltmeister von 1990 und Rekordnationalspieler, der seit 2012 vornehmlich für Sky beim Topspiel am Samstagabend arbeitet. Auf jedes Spiel ist Matthäus bis ins kleinste Detail vorbereitet. Stammtisch-Parolen, platte Witze und Worthülsen, wie bei manchen Kollegen, gibt es bei ihm nicht.
Platz 17, Volker Struth/Sascha Breese (Spielerberater): Mit seinem Partner Breese hat Struth in der Agentur „Sports360“ laut „transfermarkt.de“ 175 Spieler mit einem Gesamtmarktwert von 400 Mio. Euro unter Vertrag (u. a. Stiller, Süle, Götze). Zudem vertritt Struth Trainer wie Nagelsmann (DFB) und Toppmöller (Ex-Frankfurt), vermarktet Wirtz (Liverpool), die Icon League und betreibt den Podcast „Spielmacher“ mit Sebastian Hellmann.
Platz 18, Karl-Heinz Rummenigge (Aufsichtsrat FC Bayern): Als „Grandseigneur“ des deutschen Fußballs mit der perfekten Mischung aus Stil, Charme und Intelligenz genießt Rummenigge national und international höchstes Ansehen. Europas Klubverband, dem er früher vorstand, benannte einen Award nach ihm. Fifa-Boss Infantino gratulierte Rummenigge zuletzt in der „Bild am Sonntag“ in einem persönlichen Schreiben zum 70. Geburtstag.
Platz 19, Max Eberl (Sportvorstand FC Bayern): Klubintern wurde Eberl nicht unkritisch gesehen wegen seiner Transferpolitik und Trainersuche. Doch die Verpflichtung von Kompany erwies sich als Glücksgriff, auch der Vorwurf, der Bayern-Kader sei zu klein, löste sich angesichts der Erfolge in der Bundesliga und Champions League in Luft auf. Der Aufsichtsrat ist hochzufrieden, Eberl kann fest mit einem neuen Vertrag über 2027 hinaus rechnen.
Platz 20, Jürgen Klopp (Red-Bull-Fußballchef): Kaum war Trainer Xabi Alonso bei Real Madrid entlassen, wurde Klopp als Nachfolger gehandelt. Ein Beleg, wie groß Klopps Ansehen nach seinem Abgang beim FC Liverpool 2024 weiterhin ist. Doch im Red-Bull-Imperium scheint Klopp laut eigener Aussage „am richtigen Ort“ zu sein – zumindest, bis der Bundestrainer-Posten im Fall eines frühen WM-Aus frei werden könnte.
Platz 21, Björn Gulden (CEO Adidas): Das DFB-Trikot hat Adidas ab 2027 an den US-Konkurrenten Nike (bis 2034 für angeblich 800 Mio. Euro) verloren. Dafür greift der Norweger Gulden in der Bundesliga an: Nach Eintracht Frankfurt konnte auch der 1. FC Köln neu gewonnen werden. Und auch der FC Liverpool trägt nun die Trikots mit den drei Streifen. Bei der WM in Amerika stattet Adidas 22 der 48 Teilnehmer aus, darunter Weltmeister Argentinien und Europameister Spanien.
Platz 22, Carsten Cramer (Geschäftsführer BVB): Seit November 2025 ist Cramer als Nachfolger von Watzke Sprecher der BVB-Geschäftsführung. Der gut vernetzte Marketingexperte, der 2010 von der Agentur Sportfive nach Dortmund kam, verantwortet die Bereiche Vertrieb und Marketing, Internationalisierung sowie Digitalisierung. Besonders im Fokus hat Cramer die schwächelnde Auslandsvermarktung der Bundesliga.
Platz 23, Herbert Hainer (Präsident FC Bayern): Der ehemalige Adidas-Boss ist als Präsident in Personalunion auch Aufsichtsratschef und trägt damit – zumindest formell – einen Stern mehr auf der Schulter als Hoeneß und Rummenigge. Meinungsstark mischt sich Hainer regelmäßig ins Tagesgeschäft ein, etwa was geplante Gehaltsobergrenzen oder eine anstehende Vertragsverlängerung mit Innenverteidiger Dayot Upamecano betrifft.
Platz 24, Axel Balkausky (Sportkoordinator ARD): Balkauskys Arbeitgeber zeigt die Bundesliga-Zusammenfassung in der „Sportschau“, dazu Livespiele im DFB-Pokal. Bei der WM in Amerika laufen 30 der insgesamt 104 Spiele bei der ARD, darunter im Wechsel mit dem ZDF alle Partien der deutschen Mannschaft, Halbfinale und Endspiel. Auch die Übertragungsrechte an 17 Spielen der EM 2028 in Großbritannien und Irland gingen an die ARD.
Platz 25, Daniel Delonga/Hannes Winzer/Thorsten Wirth (Spielerberater): Die Agentur „Roof“ gehört mit 162 Spielern mit einem Gesamtmarktwert von einer Milliarde Euro (Quelle: „transfermarkt.de“) zu den größten. Zu den Klienten zählen u. a. van Dijk (Liverpool), Raum (Leipzig), Goretzka, Gnabry (beide Bayern), Havertz (Arsenal) und ter Stegen (Barça).
Platz 26, Markus Krösche (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): Durch Krösches kluges Agieren auf dem Transfermarkt hat sich die Eintracht in der Bundesliga als Anwärter auf die Europapokal-Plätze etabliert. Spieler wie Kolo Muani, Marmoush oder Ekitiké holte er günstig oder sogar ablösefrei und verkaufte sie teuer. Doch weil er diese Saison in der Defensive arg danebengriff und es Gegentore hagelt, musste Trainer Toppmöller nun den Koffer packen.
Platz 27, Simon Rolfes (Sport-Geschäftsführer Bayer Leverkusen): Bei der Verpflichtung von Trainer Erik ten Hag lag Rolfes nach dem Abgang von Xabi Alonso zu Real Madrid daneben und korrigierte den Fehlgriff umgehend – auch weil er das volle Vertrauen von Bayer-Boss Carro besitzt. Durch Rolfes Transferpolitik holte der Werksklub 2024 seinen ersten Meistertitel. In der DFL Kommission „Fußball“ bringt er seine Expertise als früherer Bundesliga-Profi ein.
Platz 28, Vincent Kompany (Trainer FC Bayern): Erste Wahl war der Belgier nicht, als 2024 ein Nachfolger für den unbeliebten Thomas Tuchel gesucht wurde. Kompany sorgte schnell für eine neue Begeisterung, Gier im Team und eine attraktive Spielweise – und wurde mit dem Meistertitel belohnt. In der laufenden Saison fegen die Bayern in der Liga und Champions League die Gegner vom Platz. Folge: Kompanys Vertrag wurde bis 2029 verlängert.
Platz 29, Lars Ricken (Sport-Geschäftsführer Borussia Dortmund): Seit seiner Beförderung auf Vorschlag von Boss Watzke hat Ricken seit 2024 bewiesen, dass er nicht nur Nachwuchs, sondern auch das harte Bundesliga-Geschäft kann. Anfang 2025 holte er Niko Kovac als Trainer, um ein verunsichertes Team durch Arbeit und Disziplin wieder zum Bayern-Jäger Nummer 1 zu formen. Unter dem Strich trotz einiger Rückschläge eine gute Entscheidung.
Platz 30, Esther Sedlacek (ARD-Moderatorin): Seit 2021 moderiert Sedlaczek die „Sportschau“ und mit Bastian Schweinsteiger Spiele der deutschen Nationalmannschaft. Sie ist nicht nur schlagfertig, sondern ragt mit mutigen und kritischen Fragen an die Protagonisten immer wieder heraus. Was auch Ex-DFB-Manager Oliver Bierhoff nach dem WM-Aus in Katar erlebte. Selbstbewusst geht sie mit Kritik um: „Ich habe es so oder so drauf!“
Platz 31, Oke Göttlich (Präsident FC St. Pauli): Bei der DFL-Wahl im Herbst 2025 wurde Göttlich durch die Unterstützung der 2. Liga zum Stellvertreter von Präsident Watzke gewählt. Als Kritiker der 50+1-Ausnahmen gehört er mit Hellmann, Leki und Lenz zu einer DFL-Verhandlungsgruppe, die mit Leverkusen und Wolfsburg eine Lösung finden soll, um Klagen gegen die Liga nach der finalen Einschätzung des Bundeskartellamts zu verhindern.
Platz 32, Timotheus Höttges (CEO Telekom): Mit dem Pay-Angebot MagentaSport überträgt Höttges nicht nur die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga. Sondern sicherte für MagentaTV auch die Übertragungsrechte für alle 104 Spiele der WM 2026 in Amerika. Im Einsatz sind u. a. Johannes B. Kerner, Jürgen Klopp, Wolff Fuss und Laura Wontorra. Auch die 51 Spiele der EM 2028 in Großbritannien und Irland sowie Frauen-WM 2027 laufen dort.
Platz 33, Christian Seifert (Dyn-Chef): Der frühere DFL-Geschäftsführer gründete Anfang 2022 zusammen mit der Axel Springer SE das Sport-Streaming-Unternehmen – bislang ohne Fußball. Doch das kann sich ändern: 2025 stieg die DFL mit der Schwarz Gruppe (u. a. Lidl) bei Dyn ein – und könnte hier die Bundesliga als Pay-Angebot zeigen, falls die Sender beim Neuverkauf der TV-Rechte 2028 nicht tief genug in die Tasche greifen.
Platz 34, Elliott Hill (CEO Nike): Seit Oktober 2024 bestimmt Hill beim US-Konzern. Den 800 Millionen Euro schweren Deal als neuer Trikotpartner des DFB (ab 2027) hatte noch sein Vorgänger John Donahoe abgeschlossen. Hills erster Coup: die Vertragsverlängerung mit dem FC Barcelona bis 2028 mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Milliarden Euro. In der Bundesliga rüstet Nike den SC Freiburg und VfL Wolfsburg aus.
Platz 35, Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart): Der Sohn von Dieter Hoeneß und Neffe von Uli Hoeneß ist der wichtigste deutsche Trainer nach Nagelsmann. Seine Erfolge mit dem VfB, darunter der DFB-Pokalsieg 2025 und das Erreichen der Champions League, rücken Hoeneß in den Fokus anderer Klubs. Eine Rückkehr zum FC Bayern, dessen Amateure er 2020 zum Titel in der 3. Liga führte, ist für VfB-Boss Wehrle sicher.
Platz 36, Alexander Wehrle (Vorstandschef VfB Stuttgart): Unter der Führung von Wehrle, der seit 2022 beim VfB arbeitet, wurde der Abstieg in die 2. Liga 2023 mit dem kurz zuvor verpflichteten Trainer Hoeneß in der Relegation verhindert. Seitdem geht die Entwicklung kontinuierlich nach oben: Einzug in die Champions League 2024 und DFB-Pokalsieg 2025. Auch als Aufsichtsratschef der DFB GmbH und Co. KG (seit 2022) hat Wehrle großen Einfluss.
Platz 37, Eric Huwer (Vorstand HSV): Huwer verantwortet seit 2023 u. a. die Finanzen des HSV und steht nach dem Rauswurf von Sportvorstand Stefan Kuntz allein an der Klubspitze. Durch die Bundesliga-Rückkehr verzeichnet der HSV große Zuwächse in allen Bereichen, entwickelt sich wieder zu einem Schwergewicht – und damit steigt auch Huwers Standing in der Liga. Was seine Wahl in den DFL-Aufsichtsrat belegt.
Platz 38, Toni Kroos (Idol und Influencer): Zwei Jahre nach seinem Karriereende bei Real Madrid bleibt der Weltmeister von 2014 ein Idol der Fans rund um den Globus: 49,6 Millionen folgen Kroos bei Instagram. Die von ihm gegründete „Icon League“ kommt ebenso gut an wie sein Podcast „Einfach mal Luppen“ mit seinem Bruder Felix. Zuletzt erhielt er von Bundespräsident Steinmeier auch wegen seiner Stiftung das Bundesverdienstkreuz.
Platz 39, Matthias Sammer (Berater von Borussia Dortmund): Seit 2018 berät der Europameister von 1996 den BVB, wo er Spieler und Meister-Trainer war. Für den Stillstand auf hohem Niveau ist Sammer mitverantwortlich – was ihn nicht davon abhielt, den BVB als TV-Experte hart, aber zutreffend zu kritisieren („körperliche und geistige Nicht-Verfassung“). Dem hat Boss Ricken einen Riegel vorgeschoben. Der DFB-Elf traut Sammer im Sommer den WM-Titel zu.
Platz 40, Nia Künzer (DFB-Sportdirektorin): Als weibliches Pendant zu Rudi Völler ist Künzer seit Anfang 2024 für die Mädchen- und Frauen-Nationalmannschaften verantwortlich. Die Zwischenbilanz der Weltmeisterin von 2003 kann sich sehen lassen: Sie holte Bronze bei Olympia 2024 in Paris, danach Christian Wück als Bundestrainer, erreichte das Halbfinale bei der EM und das Endspiel der Nations League 2025 gegen Spanien.
Platz 41, Marcel Reif („Bild“-Experte): Ob die Trennung von Stefan Kuntz beim HSV, das Aus von Trainer Xabi Alonso bei Real Madrid oder die Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga – die Kommentatoren-Legende nimmt in der Kult-Sendung „Reif ist Live. Der Fußball-Talk“ bei BILD TV kein Blatt vor den Mund, analysiert und kritisiert knallhart das aktuelle Geschehen. Regelmäßig greifen andere Medien seine Aussagen auf.
Platz 42, Johann Plenge (Geschäftsführer RB Leipzig): Plenge ist seit 15 Jahren bei RB, inzwischen Vorstandschef des e.V. und stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung in der Profifußball-GmbH hinter der neuen CEO Tatjana Haenni. Als Vertrauter von Mintzlaff ist der Jurist bestens vernetzt im Red-Bull-Kosmos, bei der DFL und EFC. Im Streit um die 50+1-Ausnahmen mit dem Bundeskartellamt ist er Lenker und Denker im Hintergrund.
Platz 43, Giulia Gwinn (DFB-Kapitänin): Nach dem DFB-Rücktritt von Alexandra Popp (Wolfsburg) ist Gwinn als Kapitänin der Nationalmannschaft (seit Februar 2025) und Führungsspielerin des Meisters FC Bayern das Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs. Ihre Biografie „Write your own story – Mein Weg vom Bolzplatz in die Weltspitze“ fand in den Medien großen Anklang, auch WELT berichtete ausführlich.
Platz 44, Oliver Blume (CEO Volkswagen): Der Boss des größten deutschen Automobilkonzerns sitzt seit 1. Januar im Aufsichtsrat der 100-prozentigen Tochtergesellschaft VfL Wolfsburg GmbH – ein Novum. Mit Volkswagen ist Blume Hauptsponsor des DFB bis 2028 – allerdings seit 2024 aufgrund mangelnder Erfolge mit geschätzten 20 bis 22 Millionen statt vorher 27 Millionen Euro –, des DFB-Pokals und unterstützt auch die 21 Landesverbände.
Platz 45, Katharina Kiel (Präsidentin Frauen-Bundesliga): Die Direktorin von Eintracht Frankfurt genießt in der Frauen-Bundesliga großes Ansehen. Kein Wunder, dass Kiel von den 14 Klubs zur Präsidentin des neuen Ligaverbandes (FBL e.V.) nach Vorbild der DFL gewählt wurde. In ihr hat der DFB einen harten Verhandlungspartner beim geplanten, aber zunächst geplatzten Joint Venture (FBL GmbH) zur Professionalisierung der Frauen-Bundesliga.
Platz 46, Philipp Hasenbein (Geschäftsführer Sportfive): Hasenbein ist seit 2020 COO der internationalen Sportrechteagentur mit Hauptsitz in Hamburg und über 1200 Mitarbeitern in 15 Ländern. Zu den Vermarktungspartnern gehören der BVB, Schalke, Leverkusen, Stuttgart, HSV, Hertha und Union Berlin. Mit der DFL kooperiert Sportfive bis 2029 beim Franz-Beckenbauer-Supercup und den Relegationsspielen zur Bundesliga und 2. Liga.
Platz 47, Andreas Rettig (DFB-Geschäftsführer Sport): Rettig verantwortet in seiner Rolle seit 2023 neben den Nationalmannschaften auch die DFB-Akademie. Sein mit 700.000 Euro Jahresgehalt dotierter Vertrag läuft bis zum 31. Dezember. Signale für eine Verlängerung gibt es bisher von keiner Seite. Weltmeister Per Mertesacker, der als Leiter der Nachwuchsabteilung beim FC Arsenal abtritt, wird schon als möglicher Nachfolger gehandelt.
Platz 48, Knut Kircher (Schiedsrichter-Boss des DFB): Der Ex-Bundesliga-Referee entscheidet als Nachfolger von Lutz Michael Fröhlich seit Juli 2024 als Geschäftsführer Sport der Schiedsrichter GmbH von DFB und DFL, welche Schiris Karriere im Profifußball machen, wer wie oft zum Einsatz kommt und Prämien (Bundesliga: 6000 Euro pro Spiel/2. Liga: 3000 Euro) kassiert. Topverdiener vorige Saison: Sascha Stegemann mit 220.000 Euro.
Platz 49, Christian Wück (Frauen-Bundestrainer): Der vormalige Welt- und Europameister mit der deutschen U17 entpuppte sich als Nachfolger des im Team beliebten Horst Hrubesch als Glücksfall für den DFB, auch wenn ihm der erste Titel mit den Frauen nach zwei Turnieren in 2025 – EM (Halbfinale) und Nations League (Finale) – noch fehlt. In der Qualifikation zur WM 2027 in Brasilien muss Wück liefern – sein Vertrag läuft Ende 2026 aus.
Platz 50, Hermann Winkler (DFB-Vizepräsident): Als Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) mit seinen sechs Landesverbänden hat Winklers Wort als DFB-Vize (seit 2021) Gewicht im DFB-Präsidium. So gelang es ihm auch, das Quartier der Nationalmannschaft von Herzogenaurach (Adidas Homeground) wegen des Ausrüster-Wechsels zum US-Konzern Nike ab 2027 nach Blankenhain in Thüringen zu holen.
Die wichtigsten Deutschen im Ausland
Thomas Tuchel ist seit Januar 2025 Englands Nationaltrainer.
Hansi Flick führte als Coach den FC Barcelona seit 2024 zu vier Titeln.
Thomas Müller (Vancouver Whitecaps) ist eines der Gesichter der MLS.
Bibiana Steinhaus-Webb leitet bei der Fifa das Frauen-Schiedsrichterwesen.
Nadine Keßler fungiert als Abteilungsleiterin Frauenfußball bei der Uefa.
Marc-André ter Stegen stand seit 2014 im Tor des FC Barcelona, war dort zwischenzeitlich Kapitän, wechselte aber am Dienstag auf Leihbasis zum Ligakonkurrenten FC Girona.
Tobias Hedtstück ist Leiter der Uefa-Klubwettbewerbe und hatte großen Anteil an der Champions-League-Reform.
Ralf Rangnick führte Österreichs Nationalelf als Trainer zur WM.
George Syrianos ist Technischer Direktor bei Premier-League-Klub Nottingham, Olympiakos Piräus und Rio Ave (Portugal). Alle Klubs gehören Griechen-Besitzer Evangelos Marinakis.
Christopher Vivell ist Kaderplaner bei Manchester United.
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Sport Bild“ veröffentlicht.
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