Dortmunds Trainer Niko Kovac hatte Mitleid mit seinem Kollegen vom FC St. Pauli. „Ich bin heute der Glückliche, er ist der Traurige. Wäre ich in seiner Situation, hätte ich es genauso gesehen“, sagte Kovac über jenen Elfmeter-Pfiff, der tief in der Nachspielzeit zur bitteren 2:3 (0:1)-Niederlage der Hamburger beim BVB führte.

Für St. Paulis Trainer Alexander Blessin war dieser erneute Rückschlag nach den späten Gegentoren in Wolfsburg (1:2) und München (1:3) nur schwer zu ertragen. „Extrem bitter“, stöhnte der Gäste-Coach und schimpfte insbesondere auf Schiedsrichter Harm Osmers. „Da soll mir mal einer sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kameraeinstellung gesehen, wo man das sicher sehen kann“, motzte Blessin.

Ein von Osmers gepfiffener Freistoß für Dortmund nach Foul des eingewechselten Ricky-Jade Jones an BVB-Angreifer Maximilian Beier war vom Videoschiedsrichter auf die Strafraumgrenze gelegt und damit in einen Strafstoß umgewandelt worden. BVB-Kapitän Emre Can erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit den späten und glücklichen Siegtreffer. „Zum zweiten Mal in vier Tagen so einen späten Nackenschlag zu bekommen, tut extrem weh“, sagte Abwehrspieler Hauke Wahl. Erst am Mittwoch war der Wolfsburger Siegtreffer gegen den FC St. Pauli auch erst in der 88. Minute gefallen.

Wenige Tage vor dem Hamburger Stadtderby gegen den HSV (Freitag, 20.30 Uhr/Sky) ist St. Pauli durch diese Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht - auch wenn die Kiezkicker ein Spiel weniger absolviert haben als die beiden Konkurrenten Mainz 05 und 1. FC Heidenheim. Der HSV kommt Coach Blessin als Gegner jetzt gerade recht. „Jetzt müssen wir uns schütteln“, sagte der St.-Pauli-Coach. „Natürlich spiele ich am Freitag jetzt lieber gleich gegen HSV als gegen eine andere Mannschaft. Ab morgen geht der Fokus aufs Derby.“ Sein Aushilfskapitän Eric Smith sieht das genauso: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation und versuchen als Team, diese zu bewältigen. Jetzt liegt das wichtigste Spiel der Saison vor uns. Es ist für uns eine große Chance, um zurückzukommen“, sagte der Schwede.

HSV vergibt viele Chancen

Der Hamburger SV ist in der Tabelle fünf Punkte voraus, blickt man jedoch nur auf die Auswärtspartien, sind die Rothosen das schlechteste Team der Liga. Für Coach Merlin Polzin ist es mithin das Ziel, diese Bilanz ausgerechnet im Stadtduell deutlich aufzupolieren – zwei Niederlagen im Derby in einer Saison würde nicht nur die Fans mächtig schmerzen.

Im jüngsten Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, das 0:0 endete, wurden erneut zahlreiche Chancen vergeben. In der ersten Hälfte dominierte der HSV den Gegner. Kurz nach Anpfiff kamen die Hamburger zum ersten gefährlichen Abschluss: Ransford-Yeboah Königsdörffer behauptete aus halbrechter Position den Ball und prüfte Gladbachs Moritz Nicolas. Der Torwart parierte den Ball nach vorn ab. HSV-Neuzugang Damion Downs rutschte aus und verpasste bei seiner Heimpremiere eine hervorragende Chance zum Nachschuss.

Nach etwa zwanzig Minuten ließ Nicolas Capaldo eine riesige Chance aus zentraler Position liegen. Auch Nicolai Remberg und Miro Muheim vergaben beste Möglichkeiten. Es hätte sich fast gerächt: Nach einem schwerwiegenden Ballverlust von Jordan Torunarigha stibitzte Franck Honorat den Ball, doch seine verunglückte Flanke landete bei Torwart Daniel Heuer Fernandes statt dem völlig frei stehenden Haris Tabakovic.

Gladbach weiter schwach

Die Gladbacher knüpften im zweiten Durchgang an ihre schwache erste Hälfte an. Die nur leicht verbesserten Gäste zeigten erneut einige eklatante Passfehler, boten viel zu große Räume für den Gegner. Doch die Hamburger konnten die gravierenden Probleme der Gladbacher nicht ausnutzen. Die aussichtsreichen Chancen wie in Durchgang eins blieben aus.

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