Gut lief es an, sehr gut sogar. Es sah fast so aus, als würde RB Leipzig eine siegreiche Revanche für die mit 0:6 höchste Pleite in der Leipziger Bundesliga-Geschichte aus dem Hinspiel gelingen. Doch eine gute erste Halbzeit samt Führung nutzte am Ende nichts gegen einen FC Bayern, der die Sachsen mit brutaler Gnadenlosigkeit überrannte – und 5:1 (0:1) siegte.
„Die haben uns richtig Probleme gemacht in der ersten Halbzeit“, sagte Trainer Vincent Kompany beim Sender Sky über die Leipziger: „Aber die zweite Halbzeit: Mein Gott.“ Seine Spieler seien, ergänzte der Coach, dann alleine sechs Kilometer mehr gelaufen als der Gegner. Perfekt sei es trotzdem nicht gewesen, befand Kompany: „Es war pure, pure Alte-Schule-Mentalität: Laufen, kämpfen, grätschen.“
Serge Gnabry (50. Minute), Harry Kane (67.), Jonathan Tah (83.), Aleksandar Pavlovic (85.) und Michael Olise (88.) erzielten die Treffer für die Münchner. Stürmer Kane, der in Leipzig sein 21. Saisontor markierte, sprach im Nachgang von einer ersten Halbzeit, die sehr schwer gewesen sei.
„Wir hatten sie mit viel Energie und Intensität erwartet, und genauso kam es auch. Wir waren vor allem nicht gut mit dem Ball, haben ihn oft verloren. Trotzdem, obwohl sie mehr Chancen hatten, hätten auch wir ihnen wehtun können. Wir wussten also, dass wir ruhig bleiben müssen, dass sich weiter Räume und Chancen ergeben werden. Und so war es auch“, sagte der englische Nationalspieler in einer Medienrunde in den Katakomben der Leipziger Arena. Torwart Manuel Neuer, ergänzte Kane, habe die Mannschaft mit ein paar guten Paraden im Spiel gehalten. Und noch etwas berichtete der 32 Jahre alte Angreifer.
„Das ist unser Mindset“, sagt Bayern Münchens Torjäger Kane
Als er gefragt wurde, wie der Teamspirit zu erklären sei, mit dem es der Mannschaft erneut gelungen wäre, ein Spiel derart zu dominieren, sprach Kane über Vincent Kompany. „Das ist die Mentalität, die der Trainer eingebracht hat. Er hat am ersten Tag gesagt: ,Wenn wir 1:0 führen, gehen wir aufs zweite Tor. Wenn wir 2:0 führen, gehen wir aufs dritte.‘ Und so weiter. Ich erinnere mich an mein erstes Telefonat mit ihm, als er gerade Bayern-Trainer wurde. Da meinte er zu mir: ,Harry, wir werden rücksichtslos sein!‘ Das ist unser Mindset, so trainieren wir, so spielen wir.“
Bemerkenswerte Worte – mit Bezug auf einen Coach, dessen Spieler bereits vor einer Woche für Furore gesorgt hatten. Gegen den VfL Wolfsburg taten sich die Bayern anfangs ebenfalls schwer, ehe sie am Ende 8:1 gewannen. Zwischendrin legten sie dann ein eher maues 3:1 beim 1. FC Köln hin.
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Es sind beeindruckende Auftritte der Münchner, die, so sie denn weiterhin so dominant agieren sollten, frühzeitig den Meistertitel perfekt machen können. Auf die Frage, wie man die Spannung aufrechterhalten werde, sagte Kane am Samstagabend in Leipzig: „Ich denke, das liegt allein an uns. Letztes Jahr mussten wir bis zum Ende um die Meisterschaft fighten. Davor haben wir gar nicht gewonnen. Ich denke, wir vergessen nicht, wohin wir uns in dieser kurzen Zeit entwickelt haben, und ich habe nichts dagegen, wenn wir im April vielleicht schon Meister sind. Das berührt unser Mindset nicht, wir werden weiter fokussiert sein und unseren Fußball in jedes Spiel bringen.“
Nächster Gegner der Bayern ist Union Saint-Gilloise. Der Klub aus Belgien gastiert am Mittwoch (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) in der Champions League in der Münchner Arena.
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