Zunächst tut sich Alexander Zverev bei den Australian Open schwer. Doch dann ist der Vorjahresfinalist auf der Höhe – auch im Interview auf dem Platz.

Alexander Zverev hat bei den Australian Open nach einem holprigen Start doch noch mühelos die zweite Runde erreicht. Der Finalist des Vorjahres gewann in Melbourne seine Auftaktpartie gegen den Kanadier Gabriel Diallo mit 6:7 (1:7), 6:1, 6:4, 6:2. Zverev verwandelte nach 2:43 Stunden in der Rod Laver Arena seinen ersten Matchball. Er bekommt es jetzt am Mittwoch entweder mit dem Australier Alexei Popyrin oder dem Franzosen Alexandre Müller zu tun.

Zverev hatte im Vorjahr in Melbourne im Endspiel in drei Sätzen gegen den Italiener Jannik Sinner verloren. Damit wartet der 28-Jährige immer noch auf seinen ersten Grand-Slam-Titel.

"Als ich die Auslosung gesehen habe, war ich nicht so begeistert. Er ist sehr talentiert", sagte Zverev nach der Partie im Interview auf dem Court mit Ex-Profi Andrea Petkovic. "Nach dem ersten Satz habe ich mir gesagt, schlechter kann es nicht werden", sagte Zverev. Es sei nicht einfach gewesen, den Rhythmus zu finden. "Weil so viele Matches habe ich in diesem Jahr noch nicht gespielt."

Alexander Zverev mit schwachem ersten Satz

Gegen Diallo tat sich Zverev am Anfang schwer. Der Weltranglisten-Dritte wirkte etwas nervös und unkonzentriert und leistete sich im ersten Satz zwölf vermeidbare Fehler. Der Kanadier begann dagegen mutig und brachte Zverev mit seinem druckvollen Spiel in Bedrängnis. Nach 55 Minuten musste Zverev den ersten Satz im Tiebreak abgeben.

Danach steigerte sich der gebürtige Hamburger aber, während Diallo nicht mehr so fokussiert wirkte. Zverev schaffte zwei schnelle Breaks und holte sich nach 1:26 Stunden den zweiten Durchgang. Der Olympiasieger von 2021 hatte die Partie nun im Griff, ohne zu glänzen.

Im dritten Satz gelang ihm das entscheidende Break zum 4:3, im vierten Abschnitt nahm er seinem Gegner sofort das Service ab. Der Rest war bei rund 30 Grad Formsache für die deutsche Nummer eins.

Im Siegerinterview konnte er sich dann auch eine kleine Spitze gegen seine Kritiker nicht verkneifen. Er sei nach dem verlorenen ersten Satz etwas aggressiver geworden, habe besser returniert und besser ins Spiel gefunden. "Das ist die Art und Weise, wie ich spielen muss", sagte Zverev. "Ich weiß das. Ich brauche keine 58 Experten, um mir das zu sagen, oder 80 Millionen Deutsche, die mir das bei jedem einzelnem Grand Slam sagen, den ich spiele."

Zverev lehnt "Heiratsantrag" von Fan ab

Zverev ließ sich nach der Partie zudem von einem hartnäckigen Fan nicht aus der Ruhe bringen. Beim Interview mit Petkovic rief ein Zuschauer immer wieder von der Tribüne und hielt ein Schild mit der Aufschrift "Sascha marry me" (Sascha heirate mich) hoch.

"Sascha marry me": Heiratsaantrag bei den Australian Open © Frank Molter / DPA

"Wo ist der Ring, Mann?", rief Zverev dem Fan zu und sorgte damit für Gelächter unter den Zuschauern in der Rod Laver Arena. "Wo ist der Ring? So billig bin ich nicht zu haben", scherzte der Hamburger weiter. Als der Mann auch im Verlauf des Interviews weiter dazwischenrief, sagte Zverev: "Ich habe nein gesagt. Höre mit dem Honeymoon-Quatsch auf." Nach dem Interview winkte der 28-Jährige dem Mann noch einmal versöhnlich zu und verließ den Platz.

DPA mod

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