Was sich in den vergangenen Wochen angedeutet hatte, ist nun offiziell. Nach 270 Spielen für RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund verlässt Kevin Kampl die Bundesliga. Sein noch bis Sommer laufender Vertrag in Leipzig wird zum 31. Januar auf persönlichen Wunsch hin aufgelöst.

Die Mannschaft erfuhr es im Trainingslager in Portugal, Kampl hatte sich daraufhin in einer teaminternen Whatsapp-Gruppe von seinen Mitspielern verabschiedet. Er wird am 17. Januar beim Heimspiel gegen Bayern München (18.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) offiziell verabschiedet.

Über die Gründe sagt der 35 Jahre alte Kampl in einem emotionalen Abschiedsbrief: „Die vergangenen Monate waren für meine Familie und mich sehr emotional und von tiefer Trauer geprägt. Der plötzliche Verlust meines Bruders hat mir schmerzlich vor Augen geführt, wie wertvoll Zeit ist und wie wichtig es ist, sie mit den Menschen zu verbringen, die einem am nächsten stehen.“

„Werde mich nun intensiv um meine Familie in der Heimat kümmern“, sagt Kampl

Mitte Oktober war sein Bruder Seki, der früher unter anderem für den VfB Solingen am Ball war, im Alter von nur 51 Jahren völlig unerwartet verstorben. Das hatte ihm, wie aus dem Umfeld von RB Leipzig zu hören war, den Boden unter den Füßen weggerissen.

Es sind berührende Worte, die unter die Haut gehen. So schreibt Kampl weiter: „Nach all den Jahren habe ich für mich gemerkt, dass es an der Zeit ist, nach Hause zu gehen – auch, weil es meinem Vater gesundheitlich nicht gut geht und ich mehr gemeinsame Zeit mit ihm verbringen möchte. Zeit, die nicht zurückkommt.“

Er sei in Leipzig „sehr, sehr glücklich“ gewesen und sei „sehr stolz auf das Erreichte. Ich selbst werde mich nun – wie die letzten Monate auch – intensiv um meine Familie in der Heimat kümmern“.

Der 28-malige slowenische Nationalspieler bestritt insgesamt 270 Partien in der Bundesliga für Leipzig, Leverkusen und Borussia Dortmund. Zum BVB war Kampl am 1. Januar 2015 von Red Bull Salzburg gekommen, für den Klub war der 28-malige slowenische Nationalspieler zweieinhalb Jahre lang aufgelaufen. Im Sommer 2017 wechselte er für 20 Millionen Euro Ablöse von Leverkusen nach Leipzig. Insgesamt gelangen dem Mittelfeldspieler, der mit Leipzig zwei Pokalsiege feiern konnte, 13 Treffer in der Bundesliga.

Kampl kam in dieser Saison dreimal in der 90. Minute zum Einsatz, das letzte Mal am 5. Spieltag beim 1:0 der Leipziger beim VfL Wolfsburg Ende September. Mit 283 Pflichtspieleinsätzen für Leipzig ist Kampl der Profi mit den sechstmeisten Einsätzen des Vereins.

Aufgrund der spät angesetzten Vertragsauflösung Ende Januar kann Kampl in der Rückrunde zu keinem anderen Verein wechseln. Ein definitives Karriereende ist sein Leipzig-Abschied aber nicht zwingend. Kampl schließt nicht aus, ab Sommer noch mal unterklassiger nahe seiner Heimat weiter zu kicken: „Dass ich irgendwann irgendwo noch einmal auf den Platz zurückkehre, möchte ich nicht final ausschließen, auch wenn es sich derzeit absolut unrealistisch anfühlt und ich zukünftig viel mehr Zeit mit den Menschen verbringen möchte, die mir am nächsten stehen.“

Arbeitgeber RB hatte ihm in den vergangenen Wochen nach der Familientragödie die volle Unterstützung zugesichert und vom Training freigestellt. Auch jetzt betont Sport-Boss Marcel Schäfer, dass Kampl jederzeit zurückkehren kann: „Wir wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste, viel Kraft und werden ihn selbstverständlich gebührend verabschieden. Auch danach steht die Tür bei RB Leipzig für Kevin immer offen.“

Nach Informationen der „Bild“ ist er mit seiner Frau Vanessa sowie den Söhnen Jordi Noel (7) und Louis Jamie (6) schon zurück in der Heimat in Solingen. Sein Haus in einem Leipziger Vorort ist bereits neu vermietet.

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