Dieser Tag hat etwas Historisches: Seit dem 1. Januar führt Tatjana Haenni als erste Frau einen Bundesliga-Klub als oberste Chefin. Sie ist nun Vorsitzende der Geschäftsführung von RB Leipzig. Durch ihre Jobs bei der Uefa, Fifa, dem schweizerischen Fußball-Verband und der US-Frauen-Liga ist die 59-jährige Schweizerin international vernetzt und sehr erfahren. Was Haenni noch auszeichnet, berichtet ein langjähriger Weggefährte.
Siegfried Dietrich war Macher des Erfolgsklubs FFC Frankfurt und Funktionär beim DFB, etwa als Ausschuss-Vorsitzender der Frauen-Bundesliga und arbeitete, viele Jahre eng mit Haenni zusammen. „Die Entscheidung für Tatjana Haenni ist herausragend und ausgesprochen schlau“, sagt der 68 Jahre alte Dietrich: „Sie ist eine echte Persönlichkeit mit weitreichendem Know-how und großer internationaler Erfahrung im Fußball-Business. Sie besitzt erstklassige Führungsqualitäten, Überzeugungsstärke, enorme Strahlkraft und hat mit ihrem Netzwerk immer den Blick für das große Ganze.“
Die Frage, ob sie sich als Frau im Männerfußball behaupten kann, stelle sich für Dietrich nicht. „Ich mache ihre zukünftige Wahrnehmung in der Welt des Männerfußballs bei einem internationalen Top-Klub überhaupt nicht daran fest, dass sie nun als erste Frau in dieser Position Geschichte schreibt, sondern bin von ihren weitreichenden Qualitäten, die sie für diesen Job mitbringt, absolut überzeugt.“
Effekt auch auf den Frauenfußball?
Haenni absolvierte einst selbst 23 Länderspiele für die Schweiz und machte dann als Funktionärin Karriere. Sie arbeitete viele Jahre bei der Uefa, wo sie maßgeblich für die Entwicklung und Professionalisierung des Frauenfußballs verantwortlich war, wechselte anschließend zur Fifa und übernahm dort ebenfalls leitende Aufgaben im Frauenfußball. Später übernahm sie beim Schweizerischen Fußballverband die Leitung des Frauenfußballs und zog als erste Frau in die Geschäftsleitung ein. Dann ging Haenni als Sportliche Direktorin der National Women’s Soccer League (NWSL) in den USA.
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Auch wenn Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff (50) in diesem Interview betonte, dass Leipzig unter Haenni den Fokus nicht stärker auf den Frauenfußball lenken werde, erwartet Dietrich einen Effekt.
„Ich kenne Tatjana seit über 25 Jahren in vielen Funktionen, und bin mir sicher, dass sie auch für den Frauenfußball in Leipzig ein großer Gewinn ist und ihn signifikant und mit großer Nachhaltigkeit voranbringen und entwickeln wird“, sagt der Frankfurter. „Mit Tatjana Haenni als CEO traue ich RB zu, die Lücke zu Bayern, Wolfsburg und Frankfurt zu schließen und das große Potenzial des Vereins für den Frauenfußball auch mit Blick auf die EM 2029 zu nutzen.“
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Sport Bild“ veröffentlicht.
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