Drei Strafrunden von Selina Grotian und Franziska Preuß haben der deutschen Frauenstaffel den Auftakt in den olympischen Biathlon-Winter kräftig verdorben. Das Quartett mit Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Grotian und Preuß erlebte zum Weltcupstart in Östersund mit großem Rückstand auf Platz elf ein Debakel.

Beim Sieg von Weltmeister Frankreich vor Italien und Tschechien waren drei Extrarunden und insgesamt zehn Nachlader zu viel, um in die Nähe des Podests zu kommen. Nach 4 x 6 Kilometern lagen die WM-Fünften 3:16,2 Minuten hinter den starken Französinnen und kamen auch hinter Biathlon-No-Names wie Bulgarien und der Slowakei ins Ziel.

Für Startläuferin Voigt war es die Rückkehr in den Weltcup, nachdem die Thüringerin die vergangene Saison vorzeitig abgebrochen hatte. Der Körper der 28-Jährigen hatte gestreikt und eine längere Pause gebraucht. Bei ihrem Comeback traf Voigt alle zehn Scheiben, konnte läuferisch aber nicht ganz mit der Spitze mithalten und übergab als Siebte auf Hettich-Walz.

Für die 29-Jährige war es nach ihrer Babypause ebenfalls ein Neustart. Im letzten Winter hatte Hettich-Walz nach der Geburt von Tochter Karlotta komplett gefehlt, sich nun aber schnell wieder zurück ins Team gekämpft. Die Einzel-Vizeweltmeisterin von 2024 brauchte drei Nachladepatronen und schob sich auf den vierten Platz nach vorn.

Nachlader reichen Grotian und Preuß nicht

Grotian zeigte bei ihrem Liegendschießen anschließend Nerven und traf nur drei ihrer acht Schüsse. Durch gleich zwei Strafrunden rutsche Deutschland aus den Top Ten. „Nach den zwei Fehlern war ich einfach unsicher, das hätte nicht passieren dürfen. Ich war auch brutal aufgeregt vor dem Rennen, das hatte ich schon lange nicht mehr. Mir tut es leid für die anderen“, sagte Grotian in der ARD.

Nach einem fehlerfreien Stehendschießen konnte sich die 21-Jährige nicht mehr entscheidend nach vorn arbeiten und übergab als Zehnte auf Preuß. Auch die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison kam auch nicht fehlerlos durch und musste nach dem Stehendschießen überraschend eine Extrarunde laufen.

Den Auftakttriumph sicherte sich Frankreich selbst ohne Julia Simon mühelos. Die 29-Jährige ist nach ihrer Verurteilung wegen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs in Schweden noch gesperrt, wird aber schon beim zweiten Weltcup in Österreich wieder dabei sein. Eine härtere Strafe droht Simon nicht mehr, die Biathlon Integrity Unit vom Weltverband IBU lässt den Fall ruhen. Bei den Olympischen Winterspielen in Italien kann sie dabei sein.

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