In der Nachspielzeit zeigten sich auf beeindruckende Weise tiefe Krise und Sensation in einer Szene. Während Couhaib Driouech nach seinem Tor zum Endstand mit den entrückten Kollegen eine Jubeltraube bildete, lagen einige Spieler des Heimteams ernüchtert auf dem Rasen. Die Zuschauer, die es im Anfield-Stadion mit ihrem FC Liverpool hielten, schauten ungläubig drein. 1:4 zu Hause gegen das mittelklassige Team aus Eindhoven. Ein Desaster für einen der Mitfavoriten auf den Gewinn der Champions League.

Die Krise des englischen Meisters verschärfte sich durch die herbe Heimpleite in der Königsklasse des Fußballs weiter. Das Team von Trainer Arne Slot hatte einen frühen Rückstand ausgeglichen, dann aber wenige Tage nach einem 0:3 in der Premier League gegen Kellerkind Nottingham Forest ein weiteres Debakel erlebt. „Das ist ein Schock – für die Spieler, für die Journalisten, für mich, für uns alle“, sagte Slot nach dem Spiel. „Das ist sehr, sehr, sehr unerwartet, wenn man sich unsere Qualität anschaut.“

Die englische Presse attackierte den 47-Jährigen nach dem Debakel sofort scharf. „Das Horrorspiel in Anfield stürzt Arne Slot nach einem weiteren peinlichen Desaster in eine ausgewachsene Krise – es ist offensichtlich, dass seine Reds-Stars nichts mehr zu geben haben“, schrieb die „Daily Mail“. Der „Telegraph“ titelte von der schlimmsten Krise seit 72 Jahren und sprach von einer Demütigung, die weit mehr sei als eine Krise.

„Die Sitze sind leer“

Der in der Kritik stehende Trainer konnte der Niederlage aber auch Positives abgewinnen. „Wir sind in das Spiel zurückgekommen und hatten genug Chancen, das 2:1 zu machen. Ich denke, zur Halbzeit hat niemand damit gerechnet, dass wir 1:4 verlieren würden“, sagte Slot, der wieder ohne den verletzten deutschen Nationalspieler Florian Wirtz antreten musste, bei „TNT Sports“.

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Weniger positiv sah eine Liverpool-Legende die Partie. „Sie kassieren zu viele Gegentore, sie sind zu offen, sie sind anfällig und instabil“, sagte Steven Gerrard. „Anfield erzählt eine Geschichte. Die Sitze sind leer“, sagte er mit Blick auf unzufriedene Fans, die bereits am vergangenen Wochenende beim Liverpooler 0:3 gegen Nottingham Forest vorzeitig das Stadion verlassen hatten. „Die Probleme von Liverpool werden immer größer, der Druck nimmt weiter zu“, führte Gerrard aus.

Der englische Meister hat in der Premier League bereits sechs Niederlagen kassiert und liegt nur auf dem 12. Platz. In der Champions League rutschte Liverpool auf den 13. Rang ab – auch weil einige Leistungsträger komplett neben der Spur sind.

Kapitän Virgil van Dijk agierte vor dem Elfmeter zum 0:1 wie ein Handball-Torwart, als er nach einem Eckstoß den Arm in die Höhe schleuderte, den Ball mit der Hand abwehrte und so fahrlässig einen Strafstoß provozierte, den Ivan Perisic zur frühen Führung für die Gäste nutze (6. Minute). Und vor dem Treffer zum vorentscheidenden 1:3 ließ sich Ibrahima Konaté derart leicht überrumpeln, dass Zweifel aufkamen, ob hier tatsächlich der im Sommer mit Transfers in Höhe von 482 Millionen Euro aufgemotzte FC Liverpool auf dem Platz steht.

Der Gesamtkaderwert von Slots Klub beträgt nun 1,15 Milliarden Euro, der von PSV 256 Millionen. Auch deshalb war die Fallhöhe im direkten Vergleich sehr hoch.

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