Es war nicht sein Abend, Manuel Neuer war der Unglücksrabe im Duell beim FC Arsenal. Der Torwart des FC Bayern patzte, mindestens ein Gegentreffer nach dem ernüchternden 1:3 (1:1) geht auf sein Konto. Einige sehen es auch als legitim an, ihm zwei zuzuschreiben. Die erste Niederlage nach 18 Pflichtspielen war jedenfalls zu beklagen. Für Neuer war es nach dem 2:2 bei Union Berlin und dem 6:2 gegen Freiburg das dritte Spiel in Folge, in denen er bei Gegentoren nicht gut aussah.

Jurriën Timber (22. Minute), Noni Madueke (69.) und Gabriel Martinelli (76.) hatten für die Gastgeber getroffen, die sich den Sieg mit einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdienten. Dem 17 Jahre alten Lennart Karl (32.) war nach einem perfekten Konter der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.

Neuer erklärte nun seine misslungene Rettungsaktion im Duell der Champions League mit Pragmatismus. „Wenn du zurückliegst, ist es einfach so, dass man ein bisschen mehr Risiko gehen muss“, sagte der 39-Jährige. Vor dem dritten Gegentreffer war Neuer weit aus seinem Tor bis fast zum Mittelkreis, aber nicht an den Ball gekommen. Gegenspieler Gabriel Martinelli hatte freie Bahn und traf ins verwaiste Tor.

„Ich sage mal, dass er schneller ist als Jo“, sagte Neuer

Er habe gesehen, dass Arsenal ohnehin zu einer Großchance gekommen wäre, sagte Neuer. Ohne sein Eingreifen wäre Martinelli ins Laufduell mit Joshua Kimmich gekommen. „Ich sage mal, dass er schneller ist als Jo“, sagte Neuer, der deshalb eine Eins-Gegen-Eins-Situation auf sich zukommen sah: „Das wird immer eine Großchance werden. Das war mir schon klar, ich habe versucht, das vorher zu beseitigen.“

Martinelli nahm den Ball perfekt mit und legte ihn am heraneilenden Neuer vorbei. Der erste Kontakt des Brasilianers sowie der Pass zuvor seien entscheidend gewesen, sagte der Bayern-Torwart. „Da komme ich am Ende nicht mehr hin, wobei ich wusste, dass ich großes Risiko gegangen bin.“ Nach dem Tor war das Spiel entschieden.

Auch beim ersten Gegentreffer hatte Neuer nicht glücklich agiert. Timber setzte den Ball in der 22. Minute nach einer Ecke per Kopf an Neuers Händen vorbei ins Tor. Der Deutsche war unmittelbar zuvor aber von dem Niederländer angerempelt worden. Die dänische Torwart-Legende Peter Schmeichel, der bei dem Spiel fürs US-Fernsehen als Experte arbeitete, sagte in der Halbzeitpause: „Für mich ist das ein klares Foul, weil Timber Neuer stößt und damit aus der Balance bringt. Deshalb kann er danach nicht mehr an den Ball kommen.“

Auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl nahm Neuer in Schutz: „Er wird, bevor der Ball ausgeführt wird, blockiert und behindert. Und als der Ball in der Luft ist, ist er eben nicht mehr koordiniert“. Er nannte das Verhalten der bei Standardsituationen sehr erfolgreichen Arsenal-Profis „Chaos, und Chaos kannst du nicht verteidigen“.

Neuer erklärte: „Er bringt mich natürlich aus der Balance, das ist klar, und dann habe ich eine andere Position, als ich gern gehabt hätte und komme vorn nicht mehr so hin.“ Er sei aber kein Torwart, „der sich hinschmeißt“. Grundsätzlich müsse man so lange weitermachen, bis der Schiedsrichter pfeift.

Pleite gegen Arsenal, eigene Panne(n), Neuer war ernüchtert. „Das fühlt sich natürlich nicht gut an. Keine Frage“, resümierte er, „wir haben uns mehr vorgenommen. Wir hätten hier gern gewonnen, aber das muss man so hinnehmen. Arsenal war in den Schlüsselmomenten besser. Wir haben nicht so die Riesen-Chancen gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zu wenig heraus gespielt. Arsenal war da einfach mehr am Drücker. Deshalb geht das nach so einem Abend auch so in Ordnung.“

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