Der sich abzeichnende Aufschwung sorgt für bessere Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Zählern im September und damit das sechste Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 90,0 Punkten gerechnet. Die Firmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage etwas skeptischer als zuletzt, ihre Erwartungen aber positiver. „Die Konjunkturbelebung setzt sich fort“, erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest.
Zuletzt hatte die Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global unter Einkaufsmanagern signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft an Schwung verloren hat. Dabei verlangsamte sich das Wachstum der Dienstleister, während es sich in der Industrie beschleunigte.
Insgesamt stehen in Deutschland die Zeichen auf eine konjunkturelle Erholung, angeschoben vor allem durch mehr staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Experten und Bundesregierung erwarten 2026 mehr als ein Prozent Wachstum. Weil die privaten Investitionen aber noch verhalten sind, sprechen die meisten Ökonomen noch nicht von einem nachhaltigen und sich selbst tragenden Aufschwung.
Zukunftsaussichten positiv
Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts nach einem schwächeren Sommerquartal zum Jahresende wieder deutlicher zulegen. Im dritten Quartal 2026 sei mit Stagnation zu rechnen, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Montag. Das Statistische Bundesamt will die Bilanz für den Zeitraum Juli bis September am kommenden Freitag veröffentlichen.
„Die deutsche Wirtschaft fasst zunehmend Tritt“, so Wohlrabe mit Blick auf den Geschäftsklimaindex. „Sie arbeitet sich kontinuierlich aus dem Tal heraus.“ Die Industrie sei dabei eine Stütze, vor allem die Elektroindustrie und der Maschinenbau. Weniger rund laufe es in der energieintensiven Industrie. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuletzt mehrfach betont, dass Deutschland dank der hohen Investitionen des Staates wirtschaftlich zurück sei. Wohlrabe relativierte dies: „Deutschland kämpft sich zurück, ist aber noch nicht wieder vorne dabei.“
Ein Problem bleibt die hohe Inflation, die den Konsum hemmt. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen 2027 noch mit einer Teuerung in Deutschland von 3,2 Prozent, deutlich über der von der EZB für den Euroraum angestrebten Marke von zwei Prozent. „Die Inflation dürfte hartnäckig bleiben, sodass die EZB darauf reagieren müsste“, sagte Wohlrabe. „Der Konsum fällt damit als Lokomotive erstmal aus.“
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke