Der Einbruch der Besucherzahlen beim diesjährigen Cannstatter Wasen klingt geradezu dramatisch: Die Veranstalter haben rund 2,5 Millionen Besucher auf dem zweitgrößten deutschen Volksfest in Stuttgart gemeldet – ein Rückgang um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Das Oktoberfest in München zählte dieses Jahr so viele Besucher wie noch nie. Die Veranstalter in Stuttgart zogen dennoch eine positive Bilanz. Die Gründe für den starken Besucherrückgang sind bisher unklar.

„Über die Gründe für die Abweichung zum Vorjahr können wir derzeit keine fundierten Aussagen treffen und möchten daher nicht spekulieren“, teilte eine Sprecherin der Veranstaltungsgesellschaft in Stuttgart mit. Sie verwies aber darauf, dass das diesjährige Volksfest nicht mit dem von 2025 vergleichbar sei, da in diesem Jahr parallel das landwirtschaftliche Hauptfest stattfand – eine Landwirtschaftsmesse, weshalb deutlich weniger Parkplätze zur Verfügung standen. Man werde die Entwicklung aber im Blick behalten.

Dem Veranstalter zufolge basiert die Besucherzahl von 2,5 Millionen auf einem Zählsystem, welches auf Kameraaufnahmen an den Ein- und Ausgängen der Veranstaltung beruht und durch eine Einschätzung der Polizei ergänzt wird. 2025 waren es den Angaben zufolge 4,2 Millionen Besucher, 2024 4,6 Millionen, 2023 4,3 Millionen und 2022 3 Millionen. 2021 fand wegen Corona kein Volksfest auf dem Wasen statt.

Dehoga kann sich Rückgang nicht erklären

Als Veranstalter mache man sich aber keine Sorgen – weniger Besucher bedeuteten auch weniger Kosten, etwa für die Sicherheit, so die Veranstaltungsgesellschaft. Es habe ein erfolgreiches und friedliches Volksfest stattgefunden, man dürfe sich nicht nur auf die Zahlen „versteifen“.

„Den gemeldeten starken Rückgang der Besucherzahlen können wir nicht vollständig erklären“, heißt es beim Gaststättenverband Dehoga. An der schwächelnden Konjunktur allein liege es nicht. „Dass der Feiertag, 3. Oktober, in diesem Jahr auf einen Samstag und nicht auf einen Wochentag fiel, mag eine Rolle gespielt haben – und ebenso, dass während der Wasen-Zeit kein VfB-Heimspiel stattgefunden hat“, sagte ein Sprecher. Beide Faktoren erklärten aber keinen Rückgang in der gemeldeten Größenordnung.

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