Die deutsche Wirtschaft soll kritische Infrastruktur und Industrieanlagen künftig stärker selbst vor Ausspähung und Angriffen durch Drohnen schützen. „Die Behörden prüfen, wie Unternehmen angesichts begrenzter staatlicher Kapazitäten künftig auch in die Drohnenabwehr einbezogen werden können“, sagt Matthias Wachter, Co-Bereichsleiter für Innovation, Sicherheit und Technologie beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) WELT AM SONNTAG.

Regierungsvertreter sprechen daher dem Vernehmen nach in unterschiedlichen Foren mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft. Allerdings ist ein wesentlicher Teil der damit verbundenen Probleme ungeklärt.

„Grundsätzlich ist die aktive Abwehr von Drohnen eine hoheitliche Aufgabe“, sagt Wachter. Nur sei die Zahl schutzbedürftiger Industrieanlagen und kritischer Infrastrukturen so groß, dass ein flächendeckender Schutz durch staatliche Stellen realistischerweise nicht gewährleistet werden könne.

„Die Frage, wer bei der Abwehr einer Drohne haftet, ist bislang ungeklärt. Hier brauchen Unternehmen klare und rechtssichere Regelungen“, fordert der BDI. Der Verband hat Wachter zufolge eine Arbeitsgruppe zum Schutz besonders gefährdeter Firmen gegründet.

Mit dabei seien fast 100 Unternehmen, darunter Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Anbieter von Drohnen-, Detektions- und Abwehrtechnologien. „Das Thema hat für die deutsche Industrie stark an Bedeutung gewonnen“, heißt es. „Deshalb führen wir derzeit viele Gespräche mit Unternehmen.“

Jan Dams ist Chefreporter WELT AM SONNTAG.

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