Der Chipkonzern Nvidia führt nach Informationen von „Business Insider“ Gespräche über eine Übernahme von Hugging Face, einer der wichtigsten Plattformen für Open-Source-Künstliche-Intelligenz. Es wäre einer der größten Zukäufe in der Geschichte des Unternehmens.

Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen über eine mögliche Transaktion gesprochen, die Hugging Face mit mehr als 13 Milliarden Dollar bewerten würde, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. Eine Einigung gibt es demnach bislang nicht. Die Gespräche könnten auch noch scheitern.

Weder Nvidia noch Hugging Face reagierten auf Anfragen zur Stellungnahme.

Nvidia hat seine Übernahme- und Beteiligungsaktivitäten in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass es für den Rest seines Geschäftsjahres weitere 18 Milliarden Dollar für Eigenkapitalinvestitionen zugesagt hat. Bereits heute hält Nvidia Beteiligungen an privaten Unternehmen im Wert von 47,9 Milliarden Dollar.

Die KI-Rallye gerät ins Wackeln – doch ein anderer Bereich könnte vom Boom profitieren: Wasser. Börsenexperte Holger Zschäpitz erklärt bei Business Insider, warum ausgerechnet ein Wasser-Konzern für Anleger interessant sein könnte.

Auch Microsoft führte Gespräche mit Hugging Face. Nach Angaben zweier mit der Sache vertrauter Personen werden diese derzeit jedoch nicht fortgesetzt.

Zwischen Nvidia und Hugging Face bestehen bereits enge Verbindungen. Der Chiphersteller beteiligte sich 2023 an einer Finanzierungsrunde über 235 Millionen Dollar, die Hugging Face damals mit 4,5 Milliarden Dollar bewertete.

Ende vergangenen Jahres soll Hugging Face zudem ein Investitionsangebot von Nvidia über 500 Millionen Dollar ausgeschlagen haben. Dieses hätte das Unternehmen mit rund sieben Milliarden Dollar bewertet, berichtete zuvor die „Financial Times“. Hugging Face habe damals keinen dominanten Investor gewollt, der Einfluss auf strategische Entscheidungen nehmen könnte.

Schlüsselrolle im Open-Source-KI-Markt

Hugging Face gilt als zentraler Knotenpunkt im Open-Source-Ökosystem für Künstliche Intelligenz. Auf der Plattform werden Millionen KI-Modelle und Datensätze bereitgestellt, auf deren Basis Entwickler eigene Anwendungen entwickeln können.

Eine Übernahme könnte Nvidia einen deutlich stärkeren Zugang zu dieser Entwicklergemeinschaft verschaffen und möglicherweise dazu beitragen, zusätzliche KI-Arbeitslasten auf Nvidia-Hardware zu lenken.

Gleichzeitig birgt ein Eigentümerwechsel Risiken. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Hugging Face ist bislang seine Neutralität. Die Plattform unterstützt Modelle und Hardware zahlreicher Anbieter, darunter auch direkte Nvidia-Konkurrenten wie AMD und Intel. Unter dem Dach von Nvidia könnte diese Rolle als unabhängige Infrastruktur für die KI-Branche schwieriger aufrechtzuerhalten sein.

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