Die ungebrochene Nachfrage nach Rechenkraft für Künstliche Intelligenz treibt den Chipkonzern Nvidia weiter an. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen Umsatz und Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt – und das Wachstumstempo soll hoch bleiben. „Der Ausbau der KI-Infrastruktur läuft mit Volldampf“, sagte Firmengründer und Konzernchef Jensen Huang laut Mitteilung. Die Produktion der neuen Prozessor-Architektur Vera Rubin laufe mittlerweile auf Hochtouren.
Nvidia ist mit seinen Produkten für Rechenzentren der zentrale Motor des KI-Booms. Vor allem Cloud-Schwergewichte wie Amazon, Google, Microsoft und Meta stecken hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von KI-Rechenzentren.
Das zuvor vor allem für seine Grafikkarten bekannte Unternehmen stellt mit seinen Chips und Chipsystemen die Schlüsseltechnologien zum Training großer KI-Sprachmodelle sowie zu deren Betrieb her. Wer Ende 2019 1000 Euro in Nvidia-Aktien gesteckt hätte, hätte heute ein Investment im Wert von fast 36.000 Euro. Der Börsenwert des Unternehmens liegt mittlerweile – per Schlusskurs vom Mittwoch – bei 5,07 Billionen Dollar, was es zum wertvollsten Konzern der Welt macht.
Konkret erzielte Nvidia im zweiten Quartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar. Experten hatten im Schnitt mit rund vier Milliarden weniger gerechnet. Der Nettogewinn schwoll um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar an. Für das laufende dritte Quartal stellte Nvidia rund 108 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, was die Schätzungen von 104,19 Milliarden Dollar ebenfalls übertraf.
Nvidia kündigt Ausbau der Partnerschaft mit Amazon Web Services an
Und Huang ist optimistisch, dass der KI-Boom weitergehen wird. „Die KI hat ihren Schlüsselmoment erreicht. Sie leistet nützliche Arbeit.“ Die Nachfrage nehme rasant zu, hinzu komme außerdem die Einführung physischer KI – mit starker Dynamik in den USA und weltweit. Physische KI verbindet klassische KI mit Robotik.
Nvidia kündigte zudem den Ausbau seiner Partnerschaft mit der Cloud-Sparte von Amazon an. Die beiden Unternehmen wollen in den Jahren 2027 und 2028 zwei Millionen zusätzliche Grafikprozessoren in der weltweiten Infrastruktur von Amazon Web Services einsetzen, sagte Nvidia-Finanzchefin Colette Kress.
Rückenwind dürfte sich die Unternehmensführung künftig auch von der Vera-Rubin-Plattform versprechen. Sie ist die leistungsfähigere Nachfolgerin der Blackwell-Architektur und wurde speziell auch für agentische KI konzipiert, also Software, die aktiv agiert, plant und Aufgaben bewältigen kann. Diese Rechenprozesse haben höhere und andere Leistungsanforderungen als das reine Training von KI-Modellen.
Im nachbörslichen US-Handel geriet der Nvidia-Aktienkurs in den ersten Minuten unter Druck, drehte dann aber ins Plus. Zuletzt stieg er um rund vier Prozent. Mitte Mai war der Kurs noch auf ein Rekordhoch über 236 Dollar geklettert – anschließend machten Anleger im gesamten KI-Sektor allerdings erst einmal Kasse.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke