Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigt sich kurz vor der Anhörung im Bundestag offen für Änderungen am Gesetz zur Reform der Altersvorsorge. „Wir wollen die Kosten klar begrenzen: Für das Standardprodukt gibt es einen Kostendeckel – wo der exakt ansetzt, da bin ich in den anstehenden Beratungen im Parlament offen für eine gute Lösung“, sagte Klingbeil gegenüber WELT AM SONNTAG.
Man sorge außerdem für mehr Wahlfreiheit und Transparenz. „Das stärkt den Wettbewerb, und auch das wird sich in niedrigeren Kosten niederschlagen. Damit wird die private Altersvorsorge zukünftig für alle Einkommen eine bessere Ergänzung zur gesetzlichen Rente“, sagte er weiter. Die Anhörung im Bundestag ist für Montag, den 16. März geplant. Im Gesetzentwurf, der im Bundesfinanzministerium erarbeitet wurde, steht bislang ein Kostendeckel für das geplante Standardprodukt in Höhe von 1,5 Prozent.
Dagegen gibt es nicht nur von Verbraucherschützern Widerstand. Auch der Bundesrat, der dem Gesetz zustimmen muss, hatte sich für einen niedrigeren Deckel ausgesprochen. „Eine derart hoch angesetzte Kostenobergrenze läuft dem Ziel eines transparenten, verbraucherfreundlichen und besonders attraktiven Standardprodukts zuwider“, heißt es in einer Stellungnahme. Das Standardprodukt soll jeder Sparer mit wenigen Klicks im Internet abschließen können.
Grundsätzliches Ziel ist es, die private Altersvorsorge mit der Reform neu aufzustellen. Der Gesetzesentwurf für das Altersvorsorgedepot sieht vor, dass Sparer künftig in eine breite Palette von gemanagten Fonds, ETFs und auch Staatsanleihen investieren können. Der Staat bezuschusst die ersten 1200 Euro mit 30 Cent Zulage pro eingezahltem Euro, 20 Cent je Euro gibt es jährlich für weitere 600 Euro. Das ist sehr viel einfacher als das Zulagensystem der Riester-Rente.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem über Haushalts- und Steuerpolitik – und manchmal eben auch Tourismus.
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