Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs fordern Vertreter der deutschen Wirtschaft von der Bundesregierung schnelle Strukturreformen. „2026 muss das Jahr der Reformen werden“, sagte Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), WELT AM SONNTAG. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage könne sich das Land einen weiteren Reformaufschub nicht leisten. Dittrich warnte davor, geopolitische Unsicherheiten oder anstehende Landtagswahlen weiterhin als Vorwand zu verwenden, um notwendige Entscheidungen aufzuschieben. „Jede Verzögerung verschärft die Probleme und gefährdet die Stabilität von Wirtschaft und sozialen Sicherungssystemen.“

Clemens Fuest, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, hält Maßnahmen wie die beschleunigten Abschreibungen für Investitionen oder den geplanten Bürokratieabbau für richtig. „Aber gleichzeitig ist man kraftvoll in Richtung noch höherer Belastungen marschiert, Stichwort Rentenreform“, sagte Fuest. „Es gibt eine erhebliche Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Sie ist mit hohen Erwartungen gestartet, aber die versprochene Agenda für mehr Wachstum ist allenfalls in Ansätzen gekommen.“ Fuest geht davon aus „dass der Reformdruck auf die Regierung steigen wird. Und meine Erwartung ist, dass sich auch die SPD bewegt.“ Man müsse der Regierung zugestehen, dass sie sich in einer schwierigen Situation befinde. „Aber auch die SPD sollte ein Interesse daran haben, dass der Sozialstaat stabilisiert wird.“

Auch Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK) drängt auf Reformen. „Deutschland ist nach wie vor in schwerem Fahrwasser, die Wirtschaft kommt nur sehr langsam vom Fleck und die aktuellen Energiepreise belasten zusätzlich“, sagte er. „Um das Land wieder auf einen belastbaren Wachstumspfad zu bringen, brauchen wir dringend mutige Reformen für die gesamte Breite der Unternehmen und eine verlässliche Politik, die das Vertrauen der Wirtschaft verdient.“

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke