Dank Toptorjäger Niclas Füllkrug mischt Werder Bremen in der Bundesliga völlig überraschend weiter in der Spitzengruppe mit. Beim 2:0 (0:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim traf der Stürmer in der 57. Minute für die Grün-Weißen und trat damit in die Fußstapfen von Werder-Legende Rudi Völler.
Der heutige DFB-Sportdirektor war in der Saison 1982/83 der letzte Bremer, der in sieben Spielen nacheinander traf. Für Füllkrug war es bereits der neunte Saisontreffer. So viele Tore hatte nach acht Spieltagen noch nie ein Bremer geschossen – nicht einmal Völler. Neben Füllkrug traf gegen Hoffenheim auch noch Erin Dinkci (82.) zum 2:0-Endstand für die Norddeutschen.
Wenige Tage vor der Kadernominierung von Bundestrainer Jürgen Klopp für die Nations-League-Spiele machte Füllkrug damit auch im Hinblick auf die Nationalmannschaft weiter Werbung für sich. Trotz Füllkrugs Galaform hatte sich Klopp mit Verweis auf das Alter des 33-Jährigen zuletzt zurückhaltend zum Bremer Publikumsliebling geäußert.
Füllkrug (25.) wurde dann auch mit einem Schuss einmal gefährlich, ansonsten erlebte Oliver Baumann in seinem 400. Bundesliga-Spiel für die Kraichgauer lange Zeit einen ruhigen Nachmittag. Von hinten sah der Hoffenheimer Routinier, wie sein Team im Verlauf der ersten Halbzeit immer besser in die Partie fand. Kurz vor der Pause wären die Gäste fast in Führung gegangen. Doch nach einem Kopfball von Adam Hlozek klärte Werder-Verteidiger Amos Pieper kurz vor der Torlinie.
Auch nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Mannschaften weiter eine intensive Partie. Vor allem Füllkrug und Hoffenheims Verteidiger Koki Machida waren immer wieder in packende Zweikämpfe verwickelt. Nachdem Bremens Stürmer in der 53. Minute einen Schuss noch knapp neben das Gästetor gesetzt hatte, war er wenig später erfolgreich. Mit aller Wucht setzte sich Füllkrug im Zweikampf durch und hämmerte den Ball unter die Latte des Hoffenheimer Tores. Zwar steckten die Gäste nicht auf, Dinkci machte mit einem schönen Schlenzer aber alles klar.
Leipzig vergrößert Schalkes Krise
RB Leipzig hat den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren und dem formschwachen FC Schalke 04 einen weiteren Rückschlag verpasst. Die Mannschaft von Trainer Martin Demichelis gewann in Gelsenkirchen verdient mit 2:0 (1:0). Vor 61.581 Zuschauern in der Arena auf Schalke trafen Antonio Nusa per Foulelfmeter (37. Minute) und Romulo (78.). Schalke wartet damit weiter auf den ersten Heimsieg und das erste Heimtor nach dem Aufstieg.
Nachdem die Schalker eine Situation im eigenen Strafraum eigentlich bereits geklärt hatten, übersah Satoshi Tanaka den heranstürmenden Romulo und traf bei seinem Klärungsversuch statt des Balles den Leipziger. Schiedsrichter Max Burda zeigte sofort auf den Punkt. Nusa schoss den Ball beim fälligen Strafstoß unter lautstarken Pfiffen der Schalker Fans souverän ins linke Eck.
RB blieb anschließend am Drücker und drängte noch vor der Pause auf den zweiten Treffer. In der Nachspielzeit parierte Karius zunächst glänzend gegen Ezechiel Banzuzi, ehe er einen Schuss von Brajan Gruda nur nach vorne abwehren konnte. Romulo schob den Abpraller ein, doch die Schalker hatten Glück: Da der Ball im Vorfeld bereits die Torauslinie überschritten hatte, wurde der Treffer nach VAR-Überprüfung aberkannt.
Enttäuschung: Hasan Kuruçay lässt den Körper nach der Niederlage hängenNach dem Seitenwechsel nahm die Partie sofort Fahrt auf. Banzuzis Rechtsschuss verfehlte den linken Pfosten nur hauchdünn (47.). Kurz darauf bot sich Schalke nach einer Ecke die Ausgleichschance, doch Romulo klärte vor dem einschussbereiten Adamu in letzter Sekunde. Auf der Gegenseite verhinderte Karius zunächst mit dem linken Fuß gegen Banzuzi (53.) und wenig später mit den Fäusten gegen Nusa das 0:2 und hielt Schalke im Spiel.
Mit der Einwechslung von Routinier Edin Dzeko (68.) versuchte Schalke, offensiv noch einmal Akzente zu setzen. Doch in Richtung Leipziger Tor blieb die Mannschaft viel zu harmlos. Stattdessen bestraften die Gäste einen Ballverlust der Königsblauen. Gegen den diesmal machtlosen Karius schob Romulo nach Zuspiel von Nusa zum 2:0 ein und sorgte damit für die Vorentscheidung.
Stuttgart siegt in hitziger Partie
Der VfB Stuttgart hat seiner kleinen Krise in der Bundesliga ein Ende gesetzt und nach zuletzt zwei Niederlagen wieder gewonnen. Die Schwaben siegten in einer hitzigen Partie bei Bayer Leverkusen mit 4:2 (2:1). Ermedin Demirovic (14./65.), Jamie Leweling (22.) und Bilal El Khannouss (51.) trafen für die Schwaben. Die Tore von Patrik Schick (29.) und Ibrahim Maza (79.) konnten die erste Heimniederlage der Werkself in dieser Saison nicht abwenden.
Wie schon nach dem frühen Rückstand im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg unter der Woche startete Bayer Leverkusen schlecht in die Partie. In den ersten Minuten zeigte sich die Werkself zwar um einen besseren Start als am Mittwoch im Pokal bemüht, geriet aber erneut ins Hintertreffen.
Die Gäste aus Stuttgart nutzten die erste Gelegenheit der Partie zur Führung. Nach einem schönen Doppelpass mit Deniz Undav scheiterte El Khannouss zunächst am Leverkusener Torwart Mark Flekken, Demirovic stand in bester Stürmermanier goldrichtig und schob per Abstauber zur Führung für die Schwaben ein.
Mit dem Tor im Rücken spielten die Stuttgarter munter auf und bauten ihre Führung kurze Zeit später aus. Nach einer Ecke landete der Ball über Umwege bei Leweling, der aus kurzer Distanz zum zweiten Stuttgarter Tor einschob. Die Leverkusener wachten wie schon im Pokal nach dem 0:2 auf und rissen die Spielkontrolle an sich. Schick verkürzte per Kopf nach einem Eckball von Aleix Garcia mit seinem siebten Saisontreffer umgehend zum 1:2. In der BayArena ging es Schlag auf Schlag weiter, Maza ließ die Torlatte aus kurzer Distanz erzittern (34.).
Die Partie wurde von Minute zu Minute hitziger, nach einem harten Einsteigen von Stuttgarts Luca Jaquez gegen Afonso Moreira kam es zu einer Rudelbildung. Der überfordert wirkende Schiedsrichter Benjamin Brand zeigte gleich vier Gelbe Karten auf einmal (40.). Auch in den letzten Minuten vor der Pause beruhigte sich die Partie nicht. Zunächst scheiterte Moreira nach einem Tempogegenstoß im direkten Duell an VfB-Torwart Seimen (42.), im Gegenzug traf Leweling nur die Latte (43.).
Rauferei in Leverkusen: Es wurde gezogen, gezerrt und geschubstNach dem Seitenwechsel machten beide Teams genau da weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten. El Khannouss baute die Stuttgarter Führung per Flachschuss von der Strafraumkante mit der ersten Gelegenheit der zweiten Hälfte zum 3:1 aus.
Die Leverkusener drückten mit dem erneuten Rückstand von zwei Toren wieder auf den Anschluss, der VfB Stuttgart nutzte die neu gewonnenen Räume im Stile einer Spitzenmannschaft. Demirovic schnürte nach einem Konter den Doppelpack und schob aus kurzer Distanz zum 4:1 ein. In der Schlussphase stellte die Werkself den alten Abstand wieder her. Maza drückte den Ball per Kopf nach einer scharfen Flanke Miguel Gutierrez über die Linie und setzte den Schlusspunkt eines mitreißenden Bundesliga-Spiels.
Gladbacher Nullnummer gegen Paderborn
Borussia Mönchengladbach bleibt vor eigenem Publikum in der Bundesliga sieglos und Tabellenletzter. Das Team von Trainer Alexander Blessin verpasste gegen Aufsteiger SC Paderborn den dritten Pflichtspielsieg in Serie und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Für die Ostwestfalen war es das dritte ungeschlagene Bundesligaspiel am Stück. Das hatte es im Oberhaus zuletzt vor über sechs Jahren gegeben.
Mit vier Punkten nach acht Spielen bleiben die Gladbacher nach der zähen Nullnummer Letzter, Paderborn rangiert mit neun Zählern im Mittelfeld.
Freiburg beendet Mini-Krise
Dank zweier Jokertore hat der SC Freiburg seine Mini-Krise beendet und die Sieglosserie des FC Augsburg verlängert. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum konnte beim 1:2 (1:0) erneut eine Führung nicht in einen Dreier verwandeln und blieb damit im sechsten Bundesligaspiel nacheinander ohne Sieg. Die eiskalten Breisgauer belohnten sich nach zwei Bundesliga-Pleiten wieder mit einem Sieg und fügten den Hausherren die erste Heimniederlage nach mehr als sieben Monaten zu.
Mit einem sehenswerten Dropkick brachte der frühere Freiburger Michael Gregoritsch die Augsburger in der 18. Minute in Führung. Es war das fünfte 1:0 von Baums Mannschaft in dieser Saison. Der zur Pause eingewechselte Igor Matanovic (66.) sorgte mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze für einen ersten Dämpfer bei den Hausherren. Nur wenige Minuten nach seiner Hereinnahme sorgte Cyriaque Irié (86.) für komplette Ernüchterung.
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