Neu-Nationalspieler Younes Ebnoutalib hat die lange Heimflaute von Eintracht Frankfurt beendet und den Hessen den ersten Heimsieg seit über sieben Monaten beschert. Das Siegtor in der 77. Minute sorgte für ein verdientes 1:0 (0:0) der Eintracht gegen den 1. FC Köln zum Auftakt des sechsten Bundesliga-Spieltags.
Vor 59.600 Zuschauern vollendete der 23 Jahre alte Ebnoutalib auf sehenswerte Vorlage von Noel Aseko. Dem Team von Trainer Adi Hütter gelang damit sechs Tage nach dem peinlichen 0:6 bei RB Leipzig eine schnelle Wiedergutmachung.
Die Gästemannschaft von Trainer René Wagner hatte spätestens in der zweiten Halbzeit auf einen Punktgewinn gespielt und verpasste nach dem 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach aber den nächsten Achtungserfolg.
Fokus auf Koch
Jubilar Noah Atubolu im Frankfurter Tor, der sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte, war bereits nach 40 Sekunden gefordert und entschärfte einen Schuss von Kölns Stürmer Marius Bülter. Beim Sechs-Gegentore-Debakel in Leipzig waren die Hessen vor einer Woche bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt in Rückstand geraten.
Besonders im Fokus stand Kapitän Robin Koch, den Hütter in Leipzig nach einer Halbzeit ausgewechselt hatte. „Er ist 30 Jahre alt, er hat schon viele Spiele absolviert, ist hier ein Schlüsselspieler, Kapitän – deswegen kann man auch von einem Kapitän ein bisschen mehr verlangen“, sagte der Österreicher vor Anpfiff bei Sky. Dass Koch sein Kapitän bleibe, hatte Hütter in dieser Woche bereits klargemacht.
Zeigte eine Reaktion: Robin Koch dirigierte die Frankfurter Defensive diesmal souveränErstmals zu sehen war der schwer kritisierte Abwehrchef nach zwölf Minuten, als ihm Nationalspieler Saïd El Mala entwischte und Koch sich nur mit einem Foul zu helfen wusste. Koch hatte Glück, dass es Schiedsrichter Benjamin Brand bei dieser Situation bei einer Ermahnung beließ.
Nach dem frühen Schreckmoment war sonst aber eher die Eintracht tonangebend. Stürmer Younes Ebnoutalib (3.) und Farès Chaïbi (9.) vergaben im Strafraum die ersten Möglichkeiten für die Hessen.
Während die Gastgeber oft zu ungenau abschlossen, scheiterten die Kölner immer wieder an Torhüter Atubolu. Der 24-Jährige, der im Sommer vom SC Freiburg an den Main kam, zeigte starke Strafraumbeherrschung und vereitelte eine weitere Chance von Stürmer Bülter nach einer guten halben Stunde. In der letzten Szene vor dem Pausenpfiff schoss El Mala nach sehenswertem Solo klar am Tor vorbei.
El Mala vergibt nach starkem Solo
Zwar bemüht, aber relativ unsichtbar war Ex-Weltmeister Mario Götze, der im Zentrum den Vorzug vor dem zuletzt schwachen Aseko erhielt. „Mit Mario haben wir einen Spieler, der sehr erfahren ist und uns in dieser Situation auch guttut“, sagte Hütter. Überraschend hatte der Österreicher in seiner Startelf auf den torgefährlichen Can Uzun verzichtet.
Nach der Pause kam Frankfurts Ebnoutalib aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch die Flanke von Außenbahnspieler Keita Kosugi kam einen Tick zu hoch. Kurz danach blockte Joel Schmied den nächsten Abschluss von Ebnoutalib, der zu Jahresbeginn von der SV Elversberg kam und inzwischen Nationalspieler unter Bundestrainer Jürgen Klopp ist.
Neues Trikot: Younes Ebnoutalib bei seinem LänderspieldebütAls Innenverteidiger Lilian Brassier und Chaibi jeweils per Kopf am starken Kölner Torwart Marvin Schwäbe scheiterten, war Frankfurts Führung eigentlich überfällig. Doch Köln wahrte auch gegen die anrennenden Gastgeber die Stabilität und wollte unbedingt den einen Punkt. Doch dann gelang Aseko ein kleiner Geniestreich, den Stürmer Ebnoutalib mit dem Siegtor vollendete.
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