Die eine ist Junioren-Weltmeisterin. Die andere gewann ihren WM-Titel schon vor über 40 Jahren: Bei der Tischtennis-EM in Slowenien hat die deutsche Zukunftshoffnung Annett Kaufmann das Duell der Generationen mit der 63-jährigen Ni Xia Lian mit einiger Mühe gewonnen. Im Achtelfinale schlug die 20-Jährige ihre 43 Jahre ältere Gegnerin in 4:1 Sätzen. Am Ende fiel das Ergebnis deutlicher aus, als es der Spielverlauf lange Zeit war.
„Es war auf jeden Fall kein einfaches Spiel“, sagte Kaufmann hinterher. „Ich habe ihr auf jeden Fall viele Sätze geklaut. Aber gegen so eine Spielerin ist es schwer, sein bestes Tischtennis zu spielen.“
Ni Xia Lian feierte ihre größten Erfolge bereits, als Kaufmann noch gar nicht geboren war. Schon 1983 wurde sie Mannschafts-Weltmeisterin mit ihrem Geburtsland China. Seit 1991 spielt sie für Luxemburg – und gewann in diesem Nationaltrikot noch die EM-Titel 1998 und 2002 im Einzel.
„Manchmal funktionieren die Beine noch“: die für Luxemburg startende Ni Xia Lian2024 wurde Ni in Paris mit 61 Jahren zur ältesten Spielerin, die je ein olympisches Tischtennis-Match gewann. „Meine Beine funktionieren manchmal noch, und das Gedächtnis ist auch noch da“, sagte sie vor dem Kaufmann-Match im Scherz. Ihr Trainer ist ihr schwedischer Ehemann Tommy Danielsson.
Mit Nis Erfahrung und ihrem variablen Spiel hatte Kaufmann zeitweise schwer zu kämpfen. In den ersten vier Sätzen lag die Deutsche deutlich zurück. Dass sie drei dieser vier Durchgänge dennoch gewann, brach den Widerstand der Tischtennis-Seniorin. Im letzten Satz siegte Kaufmann mit 11:1. Und ihre Gegnerin, die „meine Mama sein könnte – und fast schon meine Oma“ (Kaufmann), kam extra noch einmal in die deutsche Box, um ihr zu gratulieren.
Topfavoritin Winter verliert Achtelfinale
Die deutsche Topfavoritin Sabine Winter schied hingegen aus. Die Weltranglisten-Neunte verlor überraschend in 2:4 Sätzen gegen die Französin Prithika Pavade.
„Insgesamt war es ein ziemliches Nervenkostüm von mir. Ich habe viele leichte Fehler gemacht“, sagte Winter enttäuscht. „Ich denke, ich kann besser spielen – habe ich aber nicht.“ So ist das manchmal. Sie hat verdient gewonnen.“
Überraschendes Aus: Sabine Winter schied im EM-Achtelfinale ausDie 34-Jährige stieg in den vergangenen zwei Jahren zur besten Spielerin des Kontinents auf. Als einzige Europäerin gehört sie zu den besten 10 der Weltrangliste. Im Juli erlitt Winter allerdings einen Bandscheibenvorfall, der ihre Vorbereitung auf die Europameisterschaften beeinträchtigte. Nach fünf EM-Titeln mit der deutschen Mannschaft und zwei Erfolgen im Doppel wollte sie in Ljubljana endlich auch zum ersten Mal die Goldmedaille im Einzel gewinnen.
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