Abwehrspieler Lisandro Martínez von Manchester United hat die eigene Vereinsführung nach dem 0:2 in der Champions League bei Atlético Madrid scharf kritisiert. „Ich muss mich sehr zusammenreißen. Aber manchmal ist es ein Spiegelbild davon, wie unser Klub im Moment dasteht“, sagte der argentinische Weltmeister von 2022 und WM-Finalist von 2026 nach dem ernüchternden Auftritt in Madrid.
„Wir hatten letzte Saison eine fantastische Spielzeit. Und jetzt erwarten wir mehr von der Spitze, von oben, dass mehr Spieler geholt werden, um konkurrenzfähig zu sein, denn viele Teams holen ebenfalls zahlreiche Spieler“, erklärte Martínez bei Prime Video. „Atlético hat eine erstklassige Mannschaft, und sie haben den Sieg heute verdient.“
Auf die Frage, ob er damit sagen wolle, dass United keinen Kader von Champions-League-Niveau habe, antwortete Martínez: „Ehrlich gesagt erwarte ich mehr. Ich erwarte mehr“, sagte der 28-Jährige, der seit 2019 35 Länderspiele für sein Heimatland absolvierte, und fügte an: „Ich erwarte mehr von unserem Sportdirektor.“
Martínez nimmt Manchester Uniteds Trainer in Schutz
Der Sportdirektor heißt Jason Wilcox. Unter dem 55-Jährigen gab der Verein im Sommer immerhin mehr als 170 Millionen Euro aus. Aus Sicht von Martínez offenbar nicht genug.
Der 55 Jahre alte Jason Wilcox ist ein ehemaliger englischer Profi, der unter anderem 1995 mit den Blackburn Rovers die englische Meisterschaft gewannManchester United hatte sich in der vergangenen Spielzeit nach drei Jahren Pause wieder für die Champions League qualifiziert. In dieser Premier-League-Saison erwischte das Team von Trainer Michael Carrick mit sechs Punkten aus den ersten sechs Spielen einen schwachen Start. In der Königsklasse ist die Bilanz nach dem Auftaktsieg gegen FK Sabah aus Aserbaidschan (4:0) und der Niederlage in Madrid ausgeglichen. Seit fünf Pflichtspielen ist der Klub nun ohne Sieg.
In Schutz nahm Martínez Ex-Profi Carrick, der im Mai vom Interimstrainer zum dauerhaften Chefcoach ernannt wurde und einen Vertrag bis 2028 hat. „Er gibt sein Bestes“, sagte Martínez. Es sei immer leicht, den Trainer oder die Spieler zu kritisieren, betonte er. „Man kann nicht ständig den Trainer wechseln, wechseln, wechseln. Aber was ist mit den anderen Bereichen?“
Carrick wollte sich zunächst nicht zum Interview äußern. „Direkt nach einem Spiel ist für mich nicht der Zeitpunkt, um über dieses Interview zu sprechen, weil ich es nicht gesehen habe, deshalb kann ich dazu wirklich nichts sagen.“
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