Im vergangenen April stieg Marie-Louise Eta auf, wurde Interimscoach von Union Berlin und damit zur ersten Cheftrainerin einer Männer-Mannschaft in der Bundesliga. Mittlerweile ist sie wieder im Frauenfußball tätig. Nachdem die 35-Jährige die Köpenicker vor dem Abstieg gerettet hatte, übernahm sie die Frauenmannschaft des Klubs und soll die Eisernen ins obere Tabellendrittel führen.
Am Mittwochabend war sie in der Hauptstadt zu Gast bei dem Live-Podcast „Flatterball“ der Ex-Profis Max Kruse und Martin Harnik. In der lockeren Runde plauderte Eta unter anderem über die Gehaltsunterschiede im Vergleich zu den Männern. Dabei nannte die frühere Profispielerin konkrete Zahlen. „Zu meiner Zeit gab es noch viele Spielerinnen, die noch auf Minijob-Basis Fußball gespielt haben“, sagte sie. „Jetzt hat man, glaube ich, ein Durchschnittsgehalt von 5000 oder 6000 Euro brutto im Monat.“
So offen hat noch nie jemand über die Bezahlung in der Frauen-Bundesliga gesprochen. Zum Vergleich: Kruse macht kein Geheimnis aus seinen Verdiensten. 2019 wechselte er zu Fenerbahçe Istanbul, verdiente dort nach eigenen Angaben 300.000 Euro netto im Monat. Danach ging es zu Union mit 125.000 brutto, bevor Kruse wieder nach Wolfsburg wechselte, wo er 300.000 brutto (Monat) bekam. „Und dann zu Paderborn, das waren 30.000 brutto“, sagte der Ex-Nationalspieler.
Eta sieht eine positive Gehaltsentwicklung im Frauenfußball. „Viele Spielerinnen können jetzt auch davon leben, sind Profis. Und ich finde, viel wichtiger ist, dass wir auch an Rahmenbedingungen und an den Strukturen arbeiten. Und dann natürlich auch die Qualität erhöhen“, sagte sie. „Wir dürfen jetzt aber nicht nur oben anfangen und die erste Frauen-Bundesliga pushen, sondern müssen auch schauen, was Trainerqualifikationen, Nachwuchsarbeit und Nachwuchsförderung angeht. Damit dann auch diese Schere nicht zu groß wird.“
Träumt sie eigentlich von einer Rückkehr in den Männer-Fußball? „Beim Fußball ist es immer schwer zu sagen, was mal kommt. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen“, antwortete Eta. Sprich: Ein Comeback im Herrenbereich ist nicht ausgeschlossen. Aktuell fühlt sie sich aber bei den Union-Frauen sehr wohl. Über einen Wechsel denke sie derzeit nicht nach.
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