Die Entscheidung über den deutschen Olympia-Bewerber fällt ohne Fußballstar Leon Goretzka. Der 31-Jährige musste seine Teilnahme an der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Samstag in Baden-Baden kurzfristig absagen. Goretzka ist derzeit verletzt, sein neuer Arbeitgeber Aston Villa erwartet den früheren Nationalspieler daher zum Reha-Training. Der Ex-Profi des FC Bayern München wäre als persönliches DOSB-Mitglied bei dem Votum stimmberechtigt gewesen.
Die Entscheidung über den nationalen Kandidaten für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 fällt im Duell zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr. Wem Goretzka seine Stimme gegeben hätte, ist offen.
Leon Goretzka soll sich für die Premier League fit machen„Berlin ist unsere Hauptstadt, München ist mir in den letzten acht Jahren extrem ans Herz gewachsen und NRW ist meine Heimat. Jetzt freue ich mich auf die Evaluationsberichte und werde danach in Ruhe entscheiden, welches Konzept mich am meisten überzeugt“, hatte der gebürtige Bochumer am vergangenen Mittwoch der „Bild“ gesagt.
Zwei weitere Wahlberechtigte sagen ab
Goretzka ist nicht der einzige Wahlberechtigte, der in Baden-Baden fehlen wird. Auch zwei weitere der acht persönlichen DOSB-Mitglieder bleiben der Abstimmung fern. Mono-Skifahrerin Anna Schaffelhuber und Kanupolo-Spielerin Elena Gilles können ebenfalls nicht dabei sein. Die Anzahl der bei der Wahl zu vergebenden Stimmen reduziert sich damit von 144 auf 141.
Die 42 olympischen Spitzenverbände dürfen mit jeweils drei Stimmen für ihren Favoriten votieren. Die Präsidiumsmitglieder des DOSB haben jeweils eine Stimme.
Nach dem Rückzug Berlins stehen am Samstag nur noch München und Köln-Rhein-Ruhr zur Wahl. „Heute ist ein trauriger Tag für Berlin. Olympische und Paralympische Spiele wären eine Riesenchance für Berlin und für Ostdeutschland gewesen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) als er den Rückzug der Hauptstadt verkündete.
Der noch regierende Berliner Bürgermeister Kai Wegner machte in einem Statement auch die Linke verantwortlich für die gescheiterte Olympia-Bewerbung. Tobias Schulze, Co-Vorsitzender der Linksfraktion in Berlin, „hält das nicht für redlich“.Nach dem Wahlsieg der Linken standen Berlins Chancen bei null. „Was die Verbände von uns verlangt haben, konnten wir ihnen nicht bieten – nämlich politische Stabilität. Wir wollten nicht in Baden-Baden mit einer einstelligen Stimmenanzahl aus der Runde gehen“, sagte Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand.
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