Berlin wird sich nicht mehr um die Austragung von Olympischen Spielen bemühen. Die Stadt soll noch am Mittwoch ihre Bewerbung offiziell zurückziehen. Das berichten RBB und „Tagesspiegel“. Am Nachmittag gab es ein Treffen des noch amtierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) mit Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Olympia-Beauftragtem Kaweh Niroomand.
Am Sonntag hatte die Linke als stärkste Partei die Landtagswahl in der Hauptstadt gewonnen. Die Spitzenkandidatin und designierte Bürgermeisterin Elif Eralp hatte auf eine Frage nach der Bewerbung gesagt, „dass sich die Entscheidung erledigt hat“. Ihrer Meinung nach hätten die Berliner bei der Wahl auch gegen Olympia gestimmt. „Insofern werden diejenigen, die das an Berlin herantragen, sich auch überlegen, ob das Sinn macht, dann so einer Bewerbung den Zuschlag zu geben“, sagte sie weiter.
Diese Sätze hatten für großen Ärger gesorgt. Niroomand etwa sagte: „Wenn das der neue Stil ist, wie man mit Andersdenkenden in der Stadt umgehen will, und so respektlos gegenüber anderen Menschen auftritt, die vielleicht eine andere Meinung haben, halte ich das für eine sehr gefährliche Entwicklung in nächster Zeit.“
Berlin mit der schwächsten Bewerbung
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Berlin ohnehin die schwächste der drei deutschen Bewerbungen hatte. Zu diesem Schluss kam am Dienstag zumindest die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), in deren Bericht die Hauptstadt eine deutlich schlechtere Gesamtnote erhalten hat als die Konkurrenz.
Damit verbleiben wohl nur noch zwei deutsche Bewerber um Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Den Zuschlag werden München oder die Rhein-Ruhr-Region rund um Köln erhalten. Der DOSB wird seine Entscheidung bei der Mitgliederversammlung am Samstag in Baden-Baden bekanntgeben.
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