Youri Regeer riss schon die Arme zum Jubel in die Luft, bevor der Ball im Augsburger Tor war. Der Bremer Mittelfeldspieler wusste, dass der Schuss von Niclas Füllkrug einschlagen wird. Der Werder-Stürmer traf in der 86. Minute für sein Team zum 2:2, in der Nachspielzeit machte Mitchell Weiser den 3:2-Sieg Werders gegen den FC Augsburg klar.
Werder Bremen feiert in der noch jungen Saison die Füllkrug-Festspiele. Nach einem schwachen Auftaktspiel in Freiburg erzielte der 33-Jährige in den vergangenen drei Spielen drei Tore – der ehemalige Nationalspieler hat einen maßgeblichen Anteil an Bremens Höhenflug.
Füllkrug drischt den Ball zum Ausgleich unter die Latte„Die zweite Halbzeit ist dann einfach Weserstadion und Werder Bremen. Die Mannschaft hat ihr Herz auf dem Platz gelassen. Das ist das einzige, was die Fans hier sehen wollen – dann zündest du das Stadion an. Wir können alle stolz auf diese Mannschaft sein. Wir dürfen jetzt auch echt einmal ein bisschen Freude versprühen“, sagte Füllkrug.
Der Stürmer blüht nach seiner Rückkehr an die Weser wieder auf. Füllkrug wuchs in der Jugendabteilung Werders auf, erhielt 2012 einen Profivertrag und wurde nach Stationen in Fürth, Nürnberg und Hannover in der Zeit von 2019 bis 2023 zu einem Starspieler der Bremer, ehe er für 17,25 Millionen Euro zum BVB wechselte. Füllkrug blieb nur eine Saison in Dortmund, es folgte ein Transfer zu West Ham United. Dort wurde er genauso wenig glücklich wie beim AC Mailand. Füllkrug entschied sich, zu seinem Heimatklub zurückzukehren.
„Ein Commitment, das es im Fußball sehr selten gibt“
„Diese Verpflichtung hat für uns mehrere Ebenen: Niclas ist eine absolute Führungspersönlichkeit auf und neben dem Platz und kann uns und der Mannschaft sehr viel geben. Als Spieler bringt er sehr viel Qualität und Erfahrung mit ein, die unsere Mannschaft besser machen wird“, sagt Bremens Geschäftsführer Clemens Fritz nach der Verpflichtung des Stürmers. Ein wichtiger Aspekt bei diesem Transfer sei aber die Überzeugung, mit der sich Niclas für Werder entschieden hat: „Das ist ein klares Commitment, das man im Fußball nur sehr selten bekommt.“
Füllkrug lebt dieses „Commitment“ auf dem Platz. Er kämpft, geht als Führungsspieler voran und trifft. Im Pokal per Elfmeter, gegen Leipzig nach einer Ecke mit dem Kopf, in Köln aus Nahdistanz und jetzt gegen Augsburg mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze.
Schon nach fünf Saisonspielen hat sich die Rückkehr bezahlt gemacht. Das sieht auch Sky-Experte Dietmar Hamann so: „Rückholaktionen gehen ja selten gut, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn du einen Füllkrug in der Mannschaft hast, glauben die anderen immer, der Lange kann immer einen aus dem Nichts machen.“
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