Ein stark verbesserter Hamburger SV hat seine Nuller-Serie in der Bundesliga beendet. Nach drei Niederlagen und 0:12 Toren in den ersten drei Saisonspielen kam der HSV zu einem 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln.

Der starke Nicolas Capaldo erzielte in der 44. Minute das erste Bundesliga-Tor der Hamburger in dieser Saison. Yussuf Poulsen (50.) legte kurz nach der Pause nach. Die Hanseaten verließen durch den ersten Dreier das Tabellenende und können etwas beruhigter in die XXL-Länderspielpause gehen. Die Kölner mussten trotz Überlegenheit die zweite Saisonniederlage hinnehmen und blieben bei vier Punkten. Der Anschlusstreffer von Ragnar Ache (90.) kam zu spät.

Vor 57.000 Zuschauern im wieder ausverkauften Volksparkstadion beschränkten sich die Hamburger zunächst ganz auf die Defensive. Nach zuletzt zwei 0:5-Niederlagen gegen Mainz 05 und bei RB Leipzig legte Trainer Merlin Polzin den Fokus voll auf Sicherheit.

Der HSV geht mit einem Sieg in die Länderspielpause

Der Zeitpunkt der Hamburger Führung kam überraschend, Köln war bis dato klar überlegen. Nach einem Eckball von Albert Grönbaek fehlte in der Kölner Deckung die Zuordnung, Capaldo nutzte das und setzte den Ball per Kopf ins Tor.

Auch nach der Pause schien das Bild unverändert zu bleiben. Die Hamburger standen hinten und ließen die Kölner kommen. Moore (47.) vergab die große Chance der Rheinländer zum Ausgleich. Doch die Gastgeber wurden mutiger und suchten ihr Heil im Kontern. Poulsen vollendete eine dänische Co-Produktion mit Grönbaek.

In den letzten 20 Minuten erhöhten die Kölner den Druck und drängten auf den Anschlusstreffer. Dieser kam aber zu spät. Aches Tor machte es noch einmal kurz spannend. Doch letztlich reichte es für den HSV.

Borussia Mönchengladbach – Mainz 05 3:4

Borussia Mönchengladbach hat auch das erste Spiel nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski verloren. Mit Interimstrainer Jan-Moritz Lichte unterlag die Elf vom Niederrhein dem FSV Mainz 05 spektakulär mit 3:4 (1:2). Gladbach bleibt damit als einziges Team der Liga auch nach vier Spielen punktlos.

Im Borussia-Park erzielten Phillip Tietz (18. Minute), Sheraldo Becker (45.+1), Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) die Tore für Mainz. Florian Neuhaus (11.), Isac Lidberg (59.) und Shuto Machino (90.+5/Handelfmeter) trafen für die Gladbacher, für die Kevin Diks zudem einen Elfmeter verschoss (57.).

Vier Spiele, vier Niederlagen – Gladbach ist im freien Fall

Sportchef Rouven Schröder stellte vor der Partie eine baldige Trainerverpflichtung in Aussicht. Es gebe mittlerweile einen klaren Favoriten auf den Job als Nachfolger von Polanski, sagte der 50-Jährige bei Sky. Einen Namen verriet Schröder nicht, sprach aber von „Erfahrung“ als wichtigem Faktor.

Übergangscoach Lichte nahm in der Gladbacher Startelf im Vergleich zum 0:5-Debakel in Freiburg vier Wechsel vor. Unter anderem spielte Neuhaus von Beginn an. Den 29-Jährigen wollte die Borussia eigentlich verkaufen. Mit dem ersten richtigen Gladbacher Angriff erzielte Neuhaus das 1:0. Gladbach war gut im Spiel, musste dann aber trotzdem den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Mainzer Einwurf passte die Defensive des VfL nicht auf. und Tietz traf zum 1:1. In der Defensive der Borussia war große Verunsicherung zu spüren. Dass die Dreierkette neu formiert war, war deutlich zu sehen – Becker traf mit einem perfekt platzierten Kopfball zur Mainzer Führung.

Gut zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatte die Borussia die große Chance zum Ausgleich, jedoch scheiterte Diks mit seinem Elfmeter am Pfosten. Den erneuten Rückschlag steckte Gladbach zunächst erstaunlich gut weg. Die Borussia machte Druck und belohnte sich mit dem 2:2 durch Kleindienst-Vertreter Lidberg.

Für einen Punkt reichte es am Ende trotzdem nicht, weil die Gladbacher Abwehr derzeit nicht bundesligatauglich ist. Erst ließ Martel die mitgereisten Mainz-Fans jubeln. Dann erzielte der ebenfalls eingewechselte da Costa das vierte Tor für den 1. FSV. Es war das 16. Gegentor für Gladbach in dieser Spielzeit. Das 3:4 von Machino war nur noch Ergebniskosmetik.

Werder Bremen – FC Augsburg 3:2

Die Füllkrug-Festspiele bei Werder Bremen gehen weiter. Gegen den FC Augsburg drehten die Bremer auf spektakuläre Weise einen 0:2‑Rückstand. Ein wuchtiger Schuss von Füllkrug (86. Minute) und der Siegtreffer des lange verletzten Mitchell Weiser (90.+3) sorgten noch für einen späten, aber hochverdienten 3:2 (0:1)-Endstand. Der frühere Nationalspieler Füllkrug traf dabei bereits im dritten Spiel nacheinander seit seiner Rückkehr von West Ham United.

Niclas Füllkrug und Werder – das passt

Vor 39.745 Zuschauern im Weserstadion trafen Robin Fellhauer (18.) und Calvin Brackelmann (58.) zunächst für den FCA. Am Ende wurden die Augsburger für ihre Passivität mit der ersten Niederlage in dieser Bundesliga-Saison bestraft. Marco Grüll brachte die zeitweise drückend überlegenen Bremer in der 64. Minute wieder heran. Füllkrug und der eingewechselte Weiser drehten das Spiel komplett. Für Weiser war es gleichzeitig die emotionale Krönung seines ersten Heimspiels nach rund 15-monatiger Verletzungspause.

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 2:2

Noah Atubolu hat dem SC Freiburg beim schnellen Wiedersehen mit seinem Ex-Klub die Rückeroberung der Tabellenspitze vermasselt. Auch dank seiner Paraden erkämpfte sich Eintracht Frankfurt ein 2:2 (2:1) gegen die stark in diese Bundesliga-Saison gestarteten Breisgauer.

Zweimal gingen die Hausherren durch Younes Ebnoutalib (10. Minute) und Jonathan Burkardt (36.) in Führung, zweimal glich der SC durch Derry Scherhant (34.) und Yuito Suzuki (48.) aus. Für die Freiburger war es nach drei Siegen zum Auftakt das erste Unentschieden in dieser noch jungen Spielzeit.

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