Jürgen Klopp macht seinen Start als Bundestrainer nach dem nächsten WM-Flop der deutschen Nationalmannschaft im Sommer zu einer XXL-Sichtung. Der neue DFB-Chefcoach beginnt mit einem Doppel-Kader in Rekordgröße seine ersten vier Länderspiele in der Nations League. Die Fans werden viele neue und teilweise unbekannte Gesichter zu sehen bekommen.

Klopps erstes DFB-Aufgebot umfasst insgesamt 44 Akteure, darunter noch 16 WM-Fahrer, zahlreiche Rückkehrer wie Marc-André ter Stegen, Serge Gnabry oder Karim Adeyemi sowie gleich 16 Akteure ohne Länderspieleinsatz. Wo es überraschende Gewinner wie etwa Mika Baur, Bambasé Conté, Vitaly Janelt oder Felix Keidel gibt, gibt es auch Verlierer bei Klopps erster Nominierung.

44 Spieler und er ist nicht dabei: Leroy Sané

Auf seiner langen Nominierungsliste fehlen vier prominente Namen. Allen voran Leroy Sané, der bei der Weltmeisterschaft noch zur Stammelf der Nationalmannschaft gehörte. „Leroy hat noch nicht so richtig Fuß gefasst in dieser Saison“, sagte Klopp über den Offensivspieler von Galatasaray Istanbul. Er habe mit ihm auch noch keinen Kontakt gehabt: „Ich werde mit ihm noch sprechen, habe ich aber noch nicht getan. Ich habe über 50, 60 Telefonate geführt. Da muss ja auch Substanz drinnen sein und nicht nur: ‚Hi, hier bin ich!‘“

„Undav hat noch nicht richtig in die Saison gefunden“

Diese Begründung wählte Klopp auch bei der Absage an Deniz Undav, der bei der Weltmeisterschaft einer der wenigen Lichtblicke der Nationalmannschaft war. Dem Stürmer des VfB Stuttgart aber teilte Klopp seine Entscheidung persönlich mit: „Mit Deniz Undav habe ich gesprochen. Deniz hat noch nicht richtig in die Saison hereingefunden. Ich wollte mich für vier Stürmer entscheiden und habe mich für den Moment für die anderen entschieden.“

Die nächste herbe Enttäuschung musste Oliver Baumann erleben. Der Torwart der TSG Hoffenheim verlor kurz vor der Weltmeisterschaft seinen Stammplatz an den zurückgeholten Manuel Neuer und musste die WM trotz zuvor starker Leistung von der Bank aus verfolgen. Beim Neuanfang unter Klopp spielt der 36-Jährige keine Rolle. „Ich habe mich für Marc-André ter Stegen entschieden in dieser erfahrenen Position. Und danach wollte ich die nächste Generation haben“, sagte Klopp.

Überraschend ist auch die Nichtberücksichtigung von Dortmunds Maximilian Beier. Der Außenstürmer, der zum WM-Aufgebot gehörte, ist mit 23 Jahren kein Spieler, der einem klassischen Umbruch zum Opfer fällt.

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