Mit einem Heimspiel gegen den FC Villarreal startet Borussia Dortmund an diesem Dienstagabend in die neue Saison in der Champions League (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT und bei Prime Video). Das Team, das in die Bundesliga-Spielzeit mit zwei Siegen gestartet ist, gilt gegen den Tabellen-17. der spanischen Liga (zwei Punkte aus vier Spielen, 6:8 Tore) als Favorit.
Schon in der vergangenen Saison trafen der BVB und Villarreal in Dortmund aufeinander. Damals gewann Dortmund mit 4:0. Villarreal schied nach der Ligaphase mit nur einem Punkt aus acht Spielen aus. Für Dortmund war nach den Play-offs gegen Atalanta Bergamo Schluss.
Königsklasse in Dortmund also – und freie Plätze im Stadion? Eigentlich ein Widerspruch in sich. In diesem Duell aber tatsächlich Realität. Im Dortmunder Signal-Iduna-Park wird die gesamte Nordost-Ecke leer bleiben. Betroffen sind die Blöcke 55 bis 59 und insgesamt rund 4000 Sitzplätze. Der Grund dafür ist nach Informationen der „Bild“ kurios.
Der BVB kann nicht mehr auf die Umstände reagieren
Der FC Villarreal hat der Borussia am Tag vor dem Spiel zurückgemeldet, dass er sein Karten-Kontingent so gut wie gar nicht benötigt. Fast unglaublich: Nur 39 Fans haben über den Gastverein Tickets gekauft. Die Auswärtsmannschaft aus der spanischen 54.000-Einwohner-Stadt wird also im Stadion kaum Unterstützung durch die eigene Anhängerschaft haben. Als guter Gastgeber und aus logistischen Gründen setzte der BVB die 39 Fans nun auf einen Teil der West-Tribüne um, damit sie sich nicht so allein fühlen.
In der Champions League steht jedem Gastverein laut Uefa-Regularien ein Kontingent von fünf Prozent der Stadion-Gesamtkapazität zu, das über eigene Kanäle verkauft werden darf. In der Bundesliga sind es zehn Prozent. Weil Villarreal bereits zuvor angekündigt hatte, nur Sitzplatz-Tickets verkaufen zu wollen, konnte der BVB den Stehplatzbereich auf dem Unterrang (der sonst häufig von den Gästefans genutzt wird) schon an die eigene Anhängerschaft vergeben. Die Plätze auf der Nordost-Ecke jetzt in einen Heimbereich umzuwandeln, ist in der Kürze der Zeit jedoch nicht mehr umsetzbar.
Statt wie gewohnt vor ausverkauftem Haus mit 81.365 Zuschauern zu spielen, erwartet der BVB jetzt eine Besucherzahl von rund 77.000. Der Verein rechnet damit, dass die wenigen noch verfügbaren Tickets des Heim-Kontingents bis zum Anpfiff gekauft werden.
Dortmunds Trainer Niko Kovac erwartet trotz mangelnder Unterstützung für das spanische Ensemble einen schwer zu bespielenden Gegner: „Sie haben jetzt einen neuen Trainer, pflegen aber weiterhin den spanischen Spielstil mit sehr viel Ballbesitz. Sie sind technisch sehr sauber und sehr akkurat in ihren Ausführungen.“
Wenn das Team von Villarreal den Ball hat, sagte Kovac, „macht diese Mannschaft sehr wenig Fehler. Wir müssen schon zusehen, dass wir diese Ballbesitzzeit reduzieren. Wenn wir den Ball haben, können sie nicht ihr Spiel aufziehen und müssen mehr verteidigen, was uns dann hoffentlich mehr entgegenkommt. Es wird ein sehr schwieriges Spiel werden“.
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